(Stutt­gart) Wäh­rend des Urlaubs hat der Arbeit­ge­ber den Arbeits­ver­dienst wei­ter zu zah­len. Die­ser berech­net sich gemäß § 11 Abs. 1 Satz 1 BUr­lG nach dem durch­schnitt­li­chen Arbeits­ver­dienst, den der Arbeit­neh­mer in den letz­ten drei­zehn Wochen vor dem Beginn des Urlaubs erhal­ten hat (Refe­renz­zeit­raum).

Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VdAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf das Urteil des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) vom 21. Sep­tem­ber 2010 — 9 AZR 510/09.

Der Klä­ger war bei der Beklag­ten, die gewerbs­mä­ßig Arbeit­neh­mer über­lässt, bis Janu­ar 2007 als Leih­ar­beit­neh­mer beschäf­tigt. Auf das Arbeits­ver­hält­nis fand der mit dem Bun­des­ver­band Zeit­ar­beit Per­so­nal­dienst­leis­tun­gen e. V. abge­schlos­se­ne Man­tel­ta­rif­ver­trag (MTV BZA) Anwen­dung. Gemäß § 13 Abs. 3 Satz 1 MTV BZA hat der Leih­ar­beit­neh­mer wäh­rend des Urlaubs Anspruch auf das tarif­li­che Ent­gelt sowie auf die tarif­li­chen Zuschlä­ge für Sonn‑, Fei­er­tags- und Nacht­ar­beit. Im Arbeits­ver­trag ver­ein­bar­ten die Par­tei­en dar­über hin­aus eine Zula­ge in Höhe von 6,96 Euro für den Ein­satz bei der A. (Ent­lei­her­zu­la­ge) sowie 0,81 Euro Schicht-Nacht­ar­beits­pau­scha­le. Die­se Ver­gü­tungs­be­stand­tei­le zahl­te die Beklag­te weder wäh­rend des Urlaubs noch im Rah­men der Urlaubs­ab­gel­tung. Der Klä­ger ver­langt des­halb eine wei­te­re Zah­lung in Höhe von 936,06 Euro brut­to.

Die Vor­in­stan­zen haben die Kla­ge abge­wie­sen. Der Neun­te Senat hat das Urteil des Lan­des­ar­beits­ge­richts auf­ge­ho­ben und die Sache zurück­ver­wie­sen, betont Henn.  

Ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Vor­in­stan­zen schließt § 13 Abs. 3 Satz 1 MTV BZA den Anspruch auf Wei­ter­zah­lung der über­ta­rif­li­chen Ver­gü­tungs­be­stand­tei­le wäh­rend des Urlaubs nicht aus. Er regelt aus­schließ­lich die urlaubs­recht­li­che Behand­lung der tarif­li­chen Ansprü­che und weicht nicht von § 11 Abs. 1 Satz 1 BUr­lG ab. Der Senat hat nicht abschlie­ßend ent­schei­den kön­nen. Es feh­len Fest­stel­lun­gen zur durch­schnitt­lich ver­dien­ten Schicht-Nacht­ar­beits­pau­scha­le in den maß­geb­li­chen Refe­renz­zeit­räu­men.

Henn emp­fahl, dies zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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