(Stutt­gart) Hat der Arbeit­ge­ber dem Arbeit­neh­mer Leis­tun­gen der betrieb­li­chen Alters­ver­sor­gung zuge­sagt, die über eine Pen­si­ons­kas­se durch­ge­führt wer­den sol­len, und macht die Pen­si­ons­kas­se von ihrem sat­zungs­mä­ßi­gen Recht Gebrauch, Fehl­be­trä­ge durch Her­ab­set­zung ihrer Leis­tun­gen aus­zu­glei­chen, so hat der Arbeit­ge­ber aus dem arbeits­ver­trag­li­chen Grund­ver­hält­nis für die Leis­tungs­kür­zung ein­zu­ste­hen.

Die­se Ver­pflich­tung folgt aus § 1 Abs. 1 Satz 3 BetrAVG, wonach der Arbeit­ge­ber für die Erfül­lung der von ihm zuge­sag­ten Leis­tun­gen auch dann ein­zu­ste­hen hat, wenn die Durch­füh­rung nicht unmit­tel­bar über ihn, son­dern über einen der in § 1b Abs. 2 bis 4 BetrAVG ange­führ­ten exter­nen Ver­sor­gungs­trä­ger erfolgt. Von die­ser Ein­stands­pflicht kann der Arbeit­ge­ber sich nach § 17 Abs. 3 BetrAVG nicht befrei­en. 

Dar­auf ver­weist der Köl­ner Fach­an­walt für Arbeits­recht Frhr. Fenimo­re von Bre­dow, Vize­prä­si­dent des VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) vom 19.06.2012 zu sei­nen Urteil vom sel­ben Tage, Az.: 3 AZR 408/10.

Der Klä­ger war bis zum 31. Okto­ber 2000 bei der Bekla­gen und deren Rechts­vor­gän­ge­rin beschäf­tigt. Die Beklag­te hat­te ihm neben einer im Ver­sor­gungs­fall aus ihrem Ver­mö­gen zu erbrin­gen­den Fir­men­ren­te eine Betriebs­ren­te zuge­sagt, die über eine Pen­si­ons­kas­se durch­ge­führt wer­den soll­te. Seit dem 1. Novem­ber 2003 bezieht der Klä­ger von der Beklag­ten die Fir­men­ren­te und von der Pen­si­ons­kas­se die Pen­si­ons­kas­sen­ren­te. Die Sat­zung der Pen­si­ons­kas­se sieht vor, dass ein Fehl­be­trag unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen durch Her­ab­set­zung der Leis­tun­gen aus­zu­glei­chen ist. Im Jahr 2003 beschloss die Mit­glie­der­ver­samm­lung der Pen­si­ons­kas­se eine Her­ab­set­zung ihrer Leis­tun­gen und zahl­te in der Fol­ge­zeit an den Klä­ger eine ver­rin­ger­te Pen­si­ons­kas­sen­ren­te aus. Der Klä­ger hat von der Beklag­ten ua. den Aus­gleich der Beträ­ge ver­langt, um die die Pen­si­ons­kas­se ihre Leis­tun­gen her­ab­ge­setzt hat­te.

Die Vor­in­stan­zen haben der Kla­ge statt­ge­ge­ben. Die Revi­si­on der Beklag­ten blieb vor dem Drit­ten Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts inso­weit erfolg­los, so von Bre­dow.

Die Beklag­te ist ver­pflich­tet, an den Klä­ger die Beträ­ge zu zah­len, um die die Pen­si­ons­kas­se ihre Leis­tun­gen her­ab­ge­setzt hat. Zwar haben die Par­tei­en ver­ein­bart, dass für die Leis­tun­gen der betrieb­li­chen Alters­ver­sor­gung, die über die Pen­si­ons­kas­se durch­ge­führt wer­den, die jeweils gül­ti­ge Sat­zung der Pen­si­ons­kas­se maß­geb­lich sein soll. Die dyna­mi­sche Inbe­zug­nah­me der Sat­zung der Pen­si­ons­kas­se erstreckt sich jedoch nicht auf die Sat­zungs­be­stim­mung, die der Pen­si­ons­kas­se das Recht gibt, Fehl­be­trä­ge durch Her­ab­set­zung ihrer Leis­tun­gen aus­zu­glei­chen.

Von Bre­dow emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen zum Arbeits­recht Rechts­rat in Anspruch zu neh­men, wobei er u. a. auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

 

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Frhr. Fenimo­re von Bre­dow
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