(Stutt­gart)  Die am 11. Dezem­ber 2002 gegrün­de­te Tarif­ge­mein­schaft Christ­li­cher Gewerk­schaf­ten für Zeit­ar­beit und Per­so­nal­ser­vice­agen­tu­ren (CGZP) war nie tarif­fä­hig.

Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VDAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) vom 28.05.2012 zu sei­nen Beschlüs­sen vom 22. Mai 2012 — 1 ABN 27/12 – und 23. Mai 2012 — 1 AZB 58/11 — sowie — 1 AZB 67/11 -.

Nach dem Beschluss des Ers­ten Senats des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 14. Dezem­ber 2010 (- 1 ABR 19/10 -) ist sie kei­ne Spit­zen­or­ga­ni­sa­ti­on, die in eige­nem Namen Tarif­ver­trä­ge abschlie­ßen kann. Die zeit­li­chen Wir­kun­gen des Senats­be­schlus­ses betra­fen die im Ent­schei­dungs­zeit­punkt gel­ten­de Sat­zung der CGZP und waren daher auf den Zeit­raum ab dem 8. Okto­ber 2009 beschränkt.

Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg hat durch Beschluss vom 9. Janu­ar 2012 (- 24 TaBV 1285/11 ua. -) die feh­len­de Tarif­fä­hig­keit der CGZP auch im zeit­li­chen Gel­tungs­be­reich ihrer frü­he­ren Sat­zun­gen vom 11. Dezem­ber 2002 und vom 5. Dezem­ber 2005 fest­ge­stellt. Die hier­ge­gen gerich­te­te Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de hat der Ers­te Senat mit Beschluss vom 22. Mai 2012 (- 1 ABN 27/12 -) zurück­ge­wie­sen. In zwei wei­te­ren Ent­schei­dun­gen vom 23. Mai 2012 hat der Senat ent­schie­den, dass durch sei­nen Beschluss vom 14. Dezem­ber 2010 und die Ent­schei­dung des Lan­des­ar­beits­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg vom 9. Janu­ar 2012 die feh­len­de Tarif­fä­hig­keit der CGZP seit ihrer Grün­dung rechts­kräf­tig fest­ge­stellt ist.

Die bei den Arbeits- und Sozi­al­ge­rich­ten anhän­gi­gen Ver­fah­ren, in denen sich die Tarif­fä­hig­keit der CGZP als ent­schei­dungs­er­heb­li­che Vor­fra­ge stellt, kön­nen damit ohne die erneu­te Ein­lei­tung eines Beschluss­ver­fah­rens nach § 97 ArbGG fort­ge­führt wer­den.

Henn emp­fahl, die Ent­schei­dung zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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Micha­el Henn
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