(Stutt­gart)  Ent­sen­det ein Unter­neh­men des Bau­haupt­ge­wer­bes einen Bau­ar­bei­ter vor­über­ge­hend zum Arbeits­ein­satz ins Aus­land, und tref­fen die Par­tei­en für die­sen Ein­satz kei­ne Ver­gü­tungs­re­ge­lung, schul­det der Arbeit­ge­ber nach § 612 BGB die übli­che Ver­gü­tung.

Die­se rich­tet sich nach dem Tarif­ver­trag zur Rege­lung der Min­dest­löh­ne im Bau­ge­wer­be (TV Min­dest­lohn), sofern im ver­gleich­ba­ren Wirt­schafts­kreis tat­säch­lich kei­ne höhe­re Ver­gü­tung für Aus­lands­ein­sät­ze gewährt wird. Ob in die­sen Fäl­len der Min­dest­lohn West oder der Min­dest­lohn Ost zu zah­len ist, bestimmt sich nach dem Ein­stel­lungs­ort.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Fach­an­walt für Arbeits­recht Jens Klar­mann, Vize­prä­si­dent des VdAA  — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) vom 20. April 2011 — 5 AZR 171/10. 

Der Klä­ger war beim beklag­ten Inha­ber eines Bau­un­ter­neh­mens mit Sitz in Meck­len­burg-Vor­pom­mern als Mau­rer beschäf­tigt und arbei­te­te über­wie­gend auf Bau­stel­len in Däne­mark. Dafür ver­lang­te er nach Been­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses unter Beru­fung auf § 612 BGB den nach sei­nem Vor­brin­gen in Däne­mark für einen dort ein­ge­stell­ten Mau­rer übli­chen Lohn.

Das Arbeits­ge­richt hat der Kla­ge in Höhe des Min­dest­lohns West statt­ge­ge­ben. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat dem Klä­ger ledig­lich den Min­dest­lohn Ost zuge­spro­chen. Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat sich der Auf­fas­sung des Lan­des­ar­beits­ge­richts ange­schlos­sen. Der Klä­ger kann man­gels einer ander­wei­ti­gen Ver­gü­tungs­ver­ein­ba­rung für sei­nen Aus­lands­ein­satz in Däne­mark (nur) den Min­dest­lohn Ost ver­lan­gen

Klar­mann emp­fahl, dies beach­ten sowie in Zwei­fels­fäl­len um Rechts­rat nach­zu­su­chen, wobei er u. a. dazu auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.    

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