(Stutt­gart) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf hat­te sich am 18.03.2010 in zwei­ter Instanz mit der Fra­ge zu befas­sen, ob die Kün­di­gung des Chef­arz­tes eines katho­li­schen Kran­ken­hau­ses  wegen sei­ner zwei­ten Ehe­schlie­ßung wirk­sam ist. Die Ent­schei­dung wur­de zunächst ver­tagt.

Dar­auf ver­weist der Köl­ner Fach­an­walt für Arbeits­recht Frhr. Fenimo­re von Bre­dow, Lei­ter des Fach­aus­schus­ses „Beson­de­re Arten von Arbeits­ver­hält­nis­sen“ des VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG)  Düs­sel­dorf vom 18.03.2010, Az.: 5 Sa 996/09.

Der Klä­ger ist bei der Beklag­ten seit dem 01.01.2000 als Abtei­lungs­arzt (Chef­arzt) beschäf­tigt. Die Beklag­te ist der kirch­li­che Trä­ger eines katho­li­schen Kran­ken­hau­ses und hat das Arbeits­ver­hält­nis wegen des­sen zwei­ter Ehe­schlie­ßung am 30.03.2009 zum 30.09.2009 gekün­digt. Der dem Arbeits­ver­hält­nis zugrun­de­lie­gen­de Arbeits­ver­trag bedingt die Ein­hal­tung der katho­li­schen Glau­bens- und Sit­ten­leh­re.

Der Klä­ger und sei­ne ers­te Ehe­frau leb­ten seit dem Jah­re 2005 getrennt. Nach­dem die­se ers­te Ehe im März 2008 welt­lich geschie­den wor­den war, schloss der Klä­ger im August 2008 stan­des­amt­lich sei­ne zwei­te Ehe. Im März 2009 lei­te­te er betref­fend die ers­te Ehe ein kirch­li­ches, der­zeit noch nicht abge­schlos­se­nes Annu­lie­rungs­ver­fah­ren ein. Im Hin­blick auf die­ses lau­fen­de Ver­fah­ren hat das Arbeits­ge­richt Düs­sel­dorf die Kün­di­gung für unwirk­sam erklärt.

Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf hat den Rechts­streit heu­te ver­tagt, so von Bre­dow.

Es geht davon aus, dass der Klä­ger nach den ihm nach kano­ni­schem Recht oblie­gen­den Loya­li­täts­pflich­ten durch die erneu­te Ehe­schlie­ßung eine kün­di­gungs­re­le­van­te Pflicht­ver­let­zung began­gen haben kann. Dies kom­me auch bei lau­fen­dem kirch­li­chen Annu­lie­rungs­ver­fah­ren in Betracht. Maß­geb­lich sei inso­weit das weit gefass­te, ver­fas­sungs­recht­lich ver­bürg­te Selbst­be­stim­mungs­recht der Kir­che. Im Hin­blick auf die von den staat­li­chen Gerich­ten vor­zu­neh­men­de Inter­es­sen­ab­wä­gung bedür­fe es aber wei­te­rer Sach­ver­halts­auf­klä­rung. Zu klä­ren sei u.a. wie lan­ge die Beklag­te bereits von der ehe­ähn­li­chen Gemein­schaft des Klä­gers mit sei­ner jet­zi­gen zwei­ten Ehe­frau Kennt­nis hat­te.

Das Lan­des­ar­beits­ge­richt wird über den Fort­gang des Ver­fah­rens, ins­be­son­de­re über den noch anzu­be­rau­men­den neu­en Ver­hand­lungs­ter­min, infor­mie­ren.

Von Bre­dow emp­fahl, bei Fra­gen zum Arbeits­recht Rechts­rat in Anspruch zu neh­men, wobei er u. a. auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht  Ihnen zur Ver­fü­gung:

Frhr. Fenimo­re von Bre­dow
Rechts­an­walt
Fach­an­walt für Arbeits­recht
Lei­ter des VdAA Fach­aus­schus­ses
 „Beson­de­re Arten von Arbeits­ver­hält­nis­sen“
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