(Stutt­gart) Arbeit­ge­ber und Betriebs­rat kön­nen in einer Betriebs­ver­ein­ba­rung das Tra­gen einer ein­heit­li­chen Dienst­klei­dung regeln. Wird die Dienst­klei­dung für Arbeit­neh­mer­grup­pen unter­schied­lich aus­ge­stal­tet, ver­langt der betriebs­ver­fas­sungs­recht­li­che Gleich­be­hand­lungs­grund­satz, dass eine sol­che Dif­fe­ren­zie­rung ent­spre­chend dem Rege­lungs­zweck sach­lich gerecht­fer­tigt ist.

Dar­auf ver­weist der Bre­mer Fach­an­walt für Arbeits­recht und Gewerb­li­chen Rechts­schutz Klaus-Die­ter Fran­zen, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Bre­men” des VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V., unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) vom 30.09.2014 zu sei­nem Urteil vom sel­ben Tage — 1 AZR 1083/12.

Der Klä­ger ist bei der Beklag­ten als Flug­zeug­füh­rer beschäf­tigt. Dort sind auf­grund eines Tarif­ver­trags nach § 117 Abs. 2 BetrVG für das flie­gen­de Per­so­nal Per­so­nal­ver­tre­tun­gen gebil­det. Der Tarif­ver­trag ord­net die Gel­tung des betriebs­ver­fas­sungs­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­sat­zes an. Nach einer „Betriebs­ver­ein­ba­rung Dienst­be­klei­dung” hat das Cock­pit­per­so­nal wäh­rend des Flug­ein­sat­zes eine Uni­form zu tra­gen. Zu die­ser gehört bei Pilo­ten eine „Cock­pit-Müt­ze”, die in dem der Öffent­lich­keit zugäng­li­chen Flug­ha­fen­be­reich getra­gen wer­den muss, wäh­rend Pilo­tin­nen hier­über frei ent­schei­den kön­nen. Bei ihnen gehört die „Cock­pit-Müt­ze” auch nicht zur Uni­form. Der Klä­ger hat die­se unter­schied­li­che Aus­ge­stal­tung für unwirk­sam gehal­ten. Die Beklag­te hat sich zu deren Recht­fer­ti­gung auf das klas­si­sche Pilo­ten­bild und die Fri­sur­ge­stal­tung weib­li­cher Cock­pit­mit­glie­der beru­fen.

Die auf die Fest­stel­lung gerich­te­te Kla­ge des Pilo­ten, nicht zum Tra­gen der „Cock­pit-Müt­ze” ver­pflich­tet zu sein, hat­te vor dem Ers­ten Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts Erfolg. Die unter­schied­li­che Aus­ge­stal­tung der Tra­ge­pflicht ver­stößt gegen den betriebs­ver­fas­sungs­recht­li­chen Gleich­be­hand­lungs­grund­satz und ist unwirk­sam. Die ein­heit­li­che Dienst­klei­dung soll das Cock­pit­per­so­nal in der Öffent­lich­keit als her­vor­ge­ho­be­ne Reprä­sen­tan­ten des beklag­ten Luft­fahrt­un­ter­neh­mens kennt­lich machen. Gemes­sen an die­sem Rege­lungs­zweck ist eine unter­schied­li­che Behand­lung nicht gerecht­fer­tigt. Ob es sich über­dies um eine Benach­tei­li­gung wegen des Geschlechts han­delt, bedurf­te kei­ner Ent­schei­dung.

Fran­zen emp­fahl, dies zu beach­ten und riet er bei Fra­gen zum Arbeits­recht Rechts­rat in Anspruch zu neh­men, wobei er u. a. auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Klaus-Die­ter Fran­zen
Rechts­an­walt
Fach­an­walt für Arbeits­recht
Fach­an­walt für gewerb­li­chen Rechts­schutz
—————————————————————-

Backes Kraut­wald Steu­er­be­ra­ter Rechts­an­wäl­te PartG mbB
ein­ge­tra­gen im Part­ner­schafts­re­gis­ter des Amts­ge­richts Bre­men, PR 353

Doms­hof 8–12 Rothen­baum­chaus­see 73
28195 Bre­men 20148 Ham­burg
Tel.: 0421–79273-30 Tel.: 040–4134304-4
Fax: 0421–79273-55 Fax: 040–4134304-5
http://www.legales.de
mailto:franzen@legales.de