Der Klä­ger ist seit 1984 bei der Beklag­ten, die eine Reha­bi­li­ta­ti­ons­kli­nik betreibt, beschäf­tigt. Nach § 2 des zwi­schen den Par­tei­en geschlos­se­nen Arbeits­ver­tra­ges gel­ten für das Arbeits­ver­hält­nis die Vor­schrif­ten des Bun­des­an­ge­stell­ten­ta­rif­ver­tra­ges (BAT) vom 23. Febru­ar 1961, die die­sen Tarif­ver­trag ergän­zen­den, ändern­den oder erset­zen­den Tarif­ver­trä­ge in ihrer jeweils gül­ti­gen Fas­sung (…), soweit in dem Arbeits­ver­trag nicht aus­drück­li­che Rege­lun­gen getrof­fen sind. Die Beklag­te war und ist nicht tarif­ge­bun­den. Nach den Fest­stel­lun­gen des Lan­des­ar­beits­ge­richts wur­de die M AG mit Wir­kung zum 1. Janu­ar 2002 Gesell­schaf­te­rin der Beklag­ten. Bereits seit Jah­ren strei­ten die Par­tei­en dar­über, ob dem Klä­ger Ent­gelt nach den Ent­gelt­ta­bel­len des Tarif­ver­tra­ges für den Öffent­li­chen Dienst (TVöD) in ihrer jeweils gel­ten­den Fas­sung zusteht. Mit Urteil vom 15. Febru­ar 2007 hat das Arbeits­ge­richt Essen in einem Vor­pro­zess ua. fest­ge­stellt, dass auf das Arbeits­ver­hält­nis der Par­tei­en die Vor­schrif­ten des TVöD vom 13. Sep­tem­ber 2005 ein­schließ­lich der die­se Vor­schrif­ten ergän­zen­den, ändern­den und erset­zen­den Tarif­ver­trä­ge in ihrer jeweils gül­ti­gen Fas­sung Anwen­dung fin­den. Das Urteil ist rechts­kräf­tig.

Der Klä­ger hat die Beklag­te ua. auf Zah­lung rück­stän­di­gen Ent­gelts für die Mona­te Janu­ar bis Novem­ber 2013 auf der Grund­la­ge einer im Jahr 2013 gel­ten­den Ent­gelt­ta­bel­le des TVöD in Anspruch genom­men. Zur Begrün­dung hat er sich auf das rechts­kräf­ti­ge Urteil des Arbeits­ge­richts Essen in dem Vor­pro­zess beru­fen. Die Beklag­te hat gel­tend gemacht, aus dem Urteil des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on (EuGH) in der Rechts­sa­che Ale­mo-Her­ron ua. (EuGH 18. Juli 2013 — C-426/11 -) sowie aus Art. 16 der Char­ta der Grund­rech­te (GRC) fol­ge, dass sie nicht dyna­misch an den TVöD gebun­den sei; viel­mehr gel­te der BAT sta­tisch mit dem Stand 31. Janu­ar 2003. Dies füh­re zu einer Durch­bre­chung der Rechts­kraft des arbeits­ge­richt­li­chen Urteils in dem Vor­pro­zess.

Das Arbeits­ge­richt und das Lan­des­ar­beits­ge­richt haben der Kla­ge statt­ge­ge­ben. Die hier­ge­gen gerich­te­te Revi­si­on der Beklag­ten hat­te vor dem Ach­ten Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts Erfolg. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt durf­te dem Klä­ger nicht das ein­ge­klag­te Ent­gelt zuspre­chen. Zwar hat der Klä­ger für die Mona­te Janu­ar bis Novem­ber 2013 nach § 2 des Arbeits­ver­tra­ges iVm. § 15 TVöD Anspruch auf das monat­li­che Tabel­len­en­t­gelt nach der für die­se Zeit für ihn maß­geb­li­chen Tabel­le. Auf­grund des Urteils des Arbeits­ge­richts Essen vom 15. Febru­ar 2007 steht rechts­kräf­tig fest, dass auf das Arbeits­ver­hält­nis der Par­tei­en die Vor­schrif­ten des TVöD ein­schließ­lich der die­se Vor­schrif­ten ergän­zen­den, ändern­den und erset­zen­den Tarif­ver­trä­ge in ihrer jeweils gül­ti­gen Fas­sung Anwen­dung fin­den. Dar­an ändern weder das Urteil des EuGH in der Rechts­sa­che Ale­mo-Her­ron ua. (EuGH 18. Juli 2013 — C-426/11 -) noch Art. 16 GRC etwas, da der vor­lie­gen­de Sach­ver­halt weder in den Anwen­dungs­be­reich der Richt­li­nie 2001/23/EG des Rates vom 12. März 2001 zur Anglei­chung der Rechts­vor­schrif­ten der Mit­glied­staa­ten über die Wah­rung von Ansprü­chen beim Über­gang von Unter­neh­men, Betrie­ben oder Unter­neh­mens- und Betriebs­tei­len noch in den von Art. 16 GRC fällt. Der blo­ße Erwerb von Antei­len an einem Unter­neh­men stellt nach der Recht­spre­chung des EuGH kei­nen Über­gang von Unter­neh­men, Betrie­ben oder Unter­neh­mens- bzw. Betriebs­tei­len iSd. Richt­li­nie 2001/23/EG dar.

Das ange­foch­te­ne Urteil erweist sich aller­dings inso­weit als rechts­feh­ler­haft, als das Lan­des­ar­beits­ge­richt nicht geprüft hat, ob dem Klä­ger Ent­gelt nach der von ihm rekla­mier­ten Ent­gelt­grup­pe KR 7a Stu­fe 6 zustand. Auf­grund der vom Lan­des­ar­beits­ge­richt bis­lang getrof­fe­nen Fest­stel­lun­gen konn­te der Senat nicht abschlie­ßend beur­tei­len, nach wel­cher Ent­gelt­grup­pe und wel­cher Stu­fe wel­cher Tabel­le sich das monat­li­che Ent­gelt des Klä­gers bemisst, und damit nicht ent­schei­den, in wel­cher Höhe dem Klä­ger Ansprü­che auf rück­stän­di­ges Ent­gelt zuste­hen. Dies führ­te zur Auf­he­bung des ange­foch­te­nen Urteils und zur Zurück­ver­wei­sung des Rechts­streits zur erneu­ten Ver­hand­lung und Ent­schei­dung an das Lan­des­ar­beits­ge­richt.

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