(Stutt­gart) Nach einem Urteil des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) vom 04.02.2009 dau­ert eine Ruf­be­reit­schaft  unun­ter­bro­chen im tarif­li­chen Sin­ne vom Zeit­punkt der Ver­pflich­tung des Arbeit­neh­mers, auf Abruf die Arbeit auf­zu­neh­men, bis zu dem Zeit­punkt, in dem die­se Ver­pflich­tung endet. (BAG AZ: 6 AZR 114/08)

In dem aus­ge­ur­teil­ten Fall, so der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VdAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, leis­te­te der Klä­ger für die beklag­te Stadt zwi­schen dem 17. Dezem­ber 2005 und dem 1. März 2006 in sie­ben Fäl­len an einem Kalen­der­tag oder inner­halb von 24 Stun­den zwei Ruf­be­reit­schaf­ten, zwi­schen denen jeweils meh­re­re Stun­den lagen. Kei­ne die­ser Ruf­be­reit­schaf­ten dau­er­te für sich allein genom­men oder zusam­men­ge­rech­net mit den bis 24 Stun­den davor oder danach ange­ord­ne­ten Rufbe­reitschaften 12 Stun­den oder län­ger. Die beklag­te Stadt ver­gü­te­te die­se Ruf­bereitschaften als stun­den­wei­se Ruf­be­reit­schaf­ten mit 12,5 % des tarif­li­chen Stun­den­ent­gelts je ange­ord­ne­ter Stun­de.

Mit sei­ner Kla­ge hat der Klä­ger für der­ar­ti­ge Ruf­be­reit­schaf­ten die Tages­pau­scha­le nach § 8 Abs. 3 Satz 1 und Satz 2 TVöD begehrt.Die Kla­ge, so Henn, blieb in allen Instan­zen erfolg­los. § 8 Abs. 3 TVöD bestim­me, dass im Fall einer stun­den­wei­sen Ruf­be­reit­schaft ein Ent­gelt je Stun­de der Ruf­be­reit­schaft von 12,5 % des tarif­li­chen Stun­den­ent­gelts gezahlt wird. Eine stun­den­wei­se Ruf­be­reit­schaft liegt nach der tarif­li­chen Defi­ni­ti­on bei einer unun­ter­bro­che­nen Ruf­be­reit­schaft von weni­ger als zwölf Stun­den vor. Ord­net der Arbeit­ge­ber an einem Kalen­der­tag oder bin­nen 24 Stun­den an zwei auf­ein­an­der­fol­gen­den Kalen­der­ta­gen zwei oder mehr jeweils weni­ger als zwölf Stun­den umfas­sen­de Ruf­be­reit­schaf­ten an, so lie­gen im tarif­li­chen Sin­ne meh­re­re Rufbe­reitschaften iSv. § 8 Abs. 3 TVöD vor. Für die­se Ruf­be­reit­schaf­ten ist des­halb ledig­lich die Stun­den­ver­gü­tung von 12,5 % des tarif­li­chen Stun­den­ent­gelts und nicht die Tages­pau­scha­le nach § 8 Abs. 3 Satz 1 und Satz 2 TVöD zu zah­len.

Henn emp­fahl, die­se Recht­spre­chung zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. — www.vdaa.de — ver­wies.

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