(Stutt­gart) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Köln muss­te sich soeben mit den Dienst­vor­schrif­ten eines Sicher­heits­un­ter­neh­mens beschäf­ti­gen, wel­ches im Auf­trag der Bun­des­po­li­zei am Flug­ha­fen Köln/Bonn die Flug­gäs­te kon­trol­liert.

Strit­tig, so der Köl­ner Fach­an­walt für Arbeits­recht Frhr. Fenimo­re von Bre­dow, Vize­prä­si­dent des VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf den nun ver­öf­fent­lich­ten Beschluss des Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) Köln vom 18.02.2010 – Az.: 3 TaBV 15/10 —  war u.a., ob „den Bediens­te­ten die Mit­nah­me und Benut­zung von pri­va­ten Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ein­rich­tun­gen an den Kon­troll­stre­cken unter­sagt wer­den kann“ sowie vor­ge­schrie­ben wer­den darf, „die Fin­ger­nä­gel nur ein­far­big zu lackie­ren“, „fleisch­far­be­ne BHs zu tra­gen“ sowie auch die Vor­ga­be gegen­über den Mit­ar­bei­tern, „bei Haar­fär­bun­gen nur natür­lich wir­ken­de Far­ben zu tra­gen sowie das wei­ter­ge­hen­de Ver­bot, künst­li­che Haa­re oder Ein­flech­tun­gen zu tra­gen, wenn die­se die Natür­lich­keit der Haar­pracht beein­träch­ti­gen.“

Das, so betont von Bre­dow, ging dem LAG Köln, wel­ches hier vom Betriebs­rat ein­ge­schal­tet wor­den war, denn doch teil­wei­se zu weit.  

Eine Betriebs­ver­ein­ba­rung, die das Per­sön­lich­keits­recht der Mit­ar­bei­ter ver­let­ze, sei unwirk­sam und dür­fe nicht ange­wandt wer­den. Das zuläs­si­ge Aus­maß einer Beschrän­kung der all­ge­mei­nen Hand­lungs­frei­heit der Mit­ar­bei­ter bestim­me sich nach dem Grund­satz der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit, wobei die jewei­li­ge Rege­lung geeig­net, erfor­der­lich und unter Berück­sich­ti­gung der gewähr­leis­te­ten Frei­heits­rech­te ange­mes­sen sein müs­se, um den erstreb­ten Zweck zu errei­chen.  

Danach dür­fe den Mit­ar­bei­tern nicht gene­rell die Mit­nah­me und Benut­zung von pri­va­ten Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ein­rich­tun­gen an den Kon­troll­stre­cken unter­sagt wer­den, ohne zuvor die Zustim­mung ein­ge­holt zu haben. Sie dür­fe den Mit­ar­bei­te­rin­nen auch nicht vor­schrei­ben, die Fin­ger­nä­gel nur ein­far­big zu tra­gen und auch die Vor­ga­be gegen­über den Mit­ar­bei­tern, bei Haar­fär­bun­gen nur natür­lich wir­ken­de Far­ben zu tra­gen sowie das wei­ter­ge­hen­de Ver­bot, künst­li­che Haa­re oder Ein­flech­tun­gen zu tra­gen, wenn die­se die Natür­lich­keit der Haar­pracht beein­träch­ti­gen, sei unwirk­sam.  

Für zuläs­sig hin­ge­gen erach­te­te das Gericht fol­gen­de Dienst­vor­schrif­ten: 
 

  • das Tra­gen von Unter­wä­sche, wobei der Arbeit­ge­ber auch vor­schrei­ben darf, dass die­se weiß oder in Haut­far­be sein muss und kei­ne Emble­me, Beschrif­tun­gen oder Mus­ter ent­hal­ten darf.
  • die Ver­pflich­tung zum Tra­gen von Fein­strumpf­ho­sen oder Socken.
  • für Mit­ar­bei­te­rin­nen die vor­ge­schrie­be­ne maxi­ma­le Län­ge der Fin­ger­nä­gel von 0,5 cm über der Fin­ger­kup­pe, da damit eine von ihren Mit­ar­bei­te­rin­nen aus­ge­hen­de Ver­let­zungs­ge­fahr im Umgang mit den Pas­sa­gie­ren so weit wie mög­lich aus­ge­schlos­sen wer­de. Dem­ge­gen­über müs­se das modi­sche Inter­es­se der Mit­ar­bei­te­rin­nen an dem Tra­gen län­ge­rer Fin­ger­nä­gel zurück­tre­ten.
  • die Ver­pflich­tung, dass die Haa­re grund­sätz­lich sau­ber, nie­mals unge­wa­schen oder fet­tig zu tra­gen sind und bei Män­nern vor Dienst­be­ginn eine Kom­plett­ra­sur erfolgt ist oder ein gepfleg­ter Bart getra­gen wird.

Von Bre­dow emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen zum Arbeits­recht Rechts­rat in Anspruch zu neh­men, wobei er u. a. auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies. 

Für Rück­fra­gen steht  Ihnen zur Ver­fü­gung: 

Frhr. Fenimo­re von Bre­dow 
Rechtsanwalt/Fachanwalt für Arbeits­recht 
VdAA-Vize­prä­si­dent 
Domernicht v. Bre­dow Wöl­ke 
Bis­marck­stra­ße 34
50672 Köln
Tele­fon: 0221/283040 
Tele­fax: 0221/2830416 
Email: v.bredow@dvbw-legal.de 
www.dvbw-legal.de