(Stutt­gart) Will ein Arbeit­neh­mer gel­tend machen, er sei wegen eines durch das All­ge­mei­ne Gleich­be­hand­lungs­ge­setz (AGG) ver­bo­te­nen Merk­mals nach­tei­lig behan­delt wor­den, so muss er für alle Ansprü­che auf Scha­dens­er­satz die Zwei­mo­nats­frist des § 15 Abs. 4 AGG beach­ten. Wird eine Bewer­bung abge­lehnt, so beginnt die Frist in dem Moment, in dem der Bewer­ber von der Benach­tei­li­gung Kennt­nis erlangt.

Dar­auf ver­weist der Köl­ner Fach­an­walt für Arbeits­recht Frhr. Fenimo­re von Bre­dow, Vize­prä­si­dent des VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) vom 21.06.2012 zu sei­nen Urteil vom sel­ben Tage, Az.: 8 AZR 188/11.

Die Beklag­te such­te im Novem­ber 2007 mit einer Stel­len­an­zei­ge für ihr „jun­ges Team in der City moti­vier­te Mitarbeiter/innen“ im Alter von 18 bis 35 Jah­ren. Die damals 41jährige Klä­ge­rin bewarb sich unter Bei­fü­gung eines voll­stän­di­gen tabel­la­ri­schen Lebens­laufs. Am 19. Novem­ber 2007 erhielt sie eine tele­fo­ni­sche Absa­ge. Die Klä­ge­rin erhob am 29. Janu­ar 2008 beim Arbeits­ge­richt Ham­burg Kla­ge, mit der sie eine Ent­schä­di­gung sowie Ersatz der Bewer­bungs- und Pro­zess­kos­ten ver­langt.

Wie in den Vor­in­stan­zen blieb die Kla­ge auch vor dem Ach­ten Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts ohne Erfolg, so von Bre­dow.

Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat­te im Fall der Klä­ge­rin bereits den Euro­päi­schen Gerichts­hof um Ent­schei­dung der Fra­ge gebe­ten, ob die Frist des § 15 Abs. 4 AGG mit euro­päi­schem Recht ver­ein­bar ist. Nach der Ent­schei­dung des Gerichts­hofs in Luxem­burg hat­te das Lan­des­ar­beits­ge­richt nach des­sen Vor­ga­ben die Bestim­mung für wirk­sam gehal­ten. Dies hat der Senat nun­mehr in Fort­set­zung sei­ner bis­he­ri­gen Recht­spre­chung bestä­tigt und klar­ge­stellt, dass auch Scha­dens­er­satz­an­sprü­che auf ande­rer Rechts­grund­la­ge bin­nen der Frist des § 15 Abs. 4 AGG gel­tend gemacht wer­den müs­sen, wenn sie sich auf einen Sach­ver­halt bezie­hen, bei dem eine Dis­kri­mi­nie­rung wegen der durch das AGG ver­bo­te­nen Merk­ma­le gerügt wird. Nach­dem die Klä­ge­rin am 19. Novem­ber 2007 mit der Ableh­nung von der Benach­tei­li­gung Kennt­nis erlangt hat­te, wahr­te ihre am 29. Janu­ar 2008 beim Arbeits­ge­richt ein­ge­gan­ge­ne Kla­ge nicht die Zwei­mo­nats­frist des § 15 Abs. 4 AGG.

Von Bre­dow emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen zum Arbeits­recht Rechts­rat in Anspruch zu neh­men, wobei er u. a. auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

 

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Frhr. Fenimo­re von Bre­dow
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