(Stutt­gart) Das Arbeits­ge­richt Neun­kir­chen hat soeben die frist­lo­se Kün­di­gung einer Bäcke­rei­ver­käu­fe­rin wegen unbe­zahl­ten Ver­zehrs zwei­er Ome­letts und der Mit­nah­me eines beleg­ten Bröt­chens bestä­tigt.

Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VDAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Arbeits­ge­richts (ArbG) Neun­kir­chen zu die­sem Urteil vom 12.10.2011 – Az.: 2 Ca 856/11.

Die beklag­te Bäcke­rei hat­te das seit dem Jahr 2004 mit der Klä­ge­rin bestehen­de Arbeits­ver­hält­nis frist­los gekün­digt. Sie hat­te die Kün­di­gung auf den Vor­wurf gestützt, dass die Klä­ge­rin zwei von ihr selbst zube­rei­te­te Ome­letts geges­sen und sich ein Bröt­chen belegt und mit­ge­nom­men habe, ohne die­se zu bezah­len. Der Ver­kaufs­preis die­ser Lebens­mit­tel betrug 12,75 €. Die Betriebs­ord­nung der Arbeit­ge­be­rin ent­hält die Rege­lung, dass die Mit­ar­bei­ter Waren, die sie essen oder kau­fen wol­len, in die Kas­se ein­ge­ben sowie bezah­len müs­sen.

Das Gericht sah es nach der Ver­neh­mung von Zeu­gen als erwie­sen an, dass die Klä­ge­rin zumin­dest ein Ome­lett selbst zube­rei­tet und ver­zehrt sowie ein beleg­tes Bröt­chen nach der Arbeit mit­ge­nom­men hat, ohne die­se Lebens­mit­tel zu bezah­len. Die Kam­mer sah dar­in einen wich­ti­gen Grund, so Henn, der die Arbeit­ge­be­rin zur sofor­ti­gen Been­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses berech­tig­te.

Sie setz­te sich mit der Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts im „Fall Emme­ly“ aus­ein­an­der und bewer­te­te bei der Inter­es­sen­ab­wä­gung die Begleit­um­stän­de des Vor­falls sowie das nach­fol­gen­de Ver­hal­ten der Klä­ge­rin zu deren Nach­teil. Gegen die­ses Urteil ist eine Beru­fung beim Lan­des­ar­beits­ge­richt Saar­land mög­lich.

Henn emp­fahl, die Ent­schei­dung zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

 

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