(Stutt­gart) In einer Ent­schei­dung vom 13.03.2009 hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Hamm die Auf­fas­sung ver­tre­ten, dass die Gewerk­schaft für Kunst­stoff­ge­wer­be und Holz­ver­ar­bei­tung (GHK) im Christ­li­chen Gewerk­schafts­bund tarif­fä­hig ist. (LAG Hamm, Az.:  10 TaBV 89/08).

Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VdAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart.

In dem Ver­fah­ren begehrt die IG Metall die Fest­stel­lung, dass die Gewerk­schaft für Kunst­stoff­ge­wer­be und Holz­ver­ar­bei­tung im Christ­li­chen Gewerk­schafts­bund (GKH) nicht tarif­fä­hig ist.

Unter Anwen­dung der vom Bun­des­ar­beits­ge­richt im Beschluss vom 28.03.2006 — 1 ABR 58/04 — auf­ge­stell­ten Grund­sät­zen hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Hamm die Tarif­fä­hig­keit der GKH bejaht und die Beschwer­de zurück­ge­wie­sen, so Henn.

Auch wenn von einer sehr gerin­gen Mit­glie­der­zahl aus­zu­ge­hen war, ver­fü­ge die GKH als Arbeit­neh­mer­ver­ei­ni­gung über eine aus­rei­chen­de Durch­set­zungs­kraft, die erwar­ten las­se,  dass sie vom sozia­len Gegen­spie­ler als Tarif­part­ner wahr- und ernst­ge­nom­men wer­de. Die GKH habe seit ihrer Grün­dung mit den jewei­li­gen Arbeit­ge­ber­ver­bän­den in nen­nens­wer­tem Umfang Tarif­ver­trä­ge abge­schlos­sen, nach dem unstrei­ti­gen Vor­brin­gen in der Beschwer­de­instanz inzwi­schen über 120 Tarif­ver­trä­ge. Dies bele­ge, dass die GKH — auch nach dem über­ein­stim­men­den Vor­brin­gen der betei­lig­ten Arbeit­ge­ber­ver­bän­de — aktiv am Tarif­ge­sche­hen teil­neh­me. In dem fach­lich eng begrenz­ten Bereich des Tisch­ler­hand­werks neh­me die GKH der­zeit fak­tisch die Tarif­füh­rer­schaft wahr.

Dafür, dass es sich bei den abge­schlos­se­nen Tarif­ver­trä­gen um Schein- oder Gefäl­lig­keits­ta­rif­ver­trä­ge gehan­delt habe, die auf dem blo­ßen Dik­tat der Arbeit­ge­ber­ver­bän­de beru­hen, sind von der IG Metall kei­ne tat­säch­li­chen Anhalts­punk­te vor­ge­tra­gen wor­den, der­ar­ti­ge Anhalts­punk­te erge­ben sich auch nicht aus den für NRW abge­schlos­se­nen Tarif­ver­trä­gen. Auch der Umstand, dass zahl­rei­che Tarif­ver­trä­ge in Tarif­ge­mein­schaft mit der DHV im Christ­li­chen Gewerk­schafts­bund (CGB) abge­schlos­sen wor­den sind, füh­re nicht zur Tarif­un­fä­hig­keit der GKH. Schließ­lich indi­zie­re der Abschluss von Tarif­ver­trä­gen in nen­nens­wer­tem Umfang durch die GKH auch eine hin­rei­chen­de orga­ni­sa­to­ri­sche Leis­tungs­fä­hig­keit.

Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Rechts­be­schwer­de zum BAG zuge­las­sen.

Henn emp­fahl, die wei­te­re Ent­wick­lung zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. — www.vdaa.de — ver­wies.   

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