(Stutt­gart) Der Zehn­te Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts hat sich der vom Vier­ten Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts im Anfra­ge­be­schluss vom 27. Janu­ar 2010 dar­ge­leg­ten Rechts­auf­fas­sung zur Tarif­ein­heit ange­schlos­sen.

Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VdAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Beschlüs­se des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) vom 23. Juni 2010 — 10 AS 2/10 — und — 10 AS 3/10.

Auch nach Auf­fas­sung des Zehn­ten Senats gel­ten die Rechts­nor­men eines Tarif­ver­trags, die den Inhalt, den Abschluss und die Been­di­gung von Arbeits­ver­hält­nis­sen ord­nen, für Beschäf­tig­te kraft Koali­ti­ons­mit­glied­schaft nach § 3 Abs. 1, § 4 Abs. 1 TVG unmit­tel­bar. Dies wird nicht dadurch aus­ge­schlos­sen, dass für den Betrieb kraft Tarif­bin­dung des Arbeit­ge­bers (Ver­bands­mit­glied­schaft oder eige­ner Abschluss des Tarif­ver­trags) mehr als ein Tarif­ver­trag Anwen­dung fin­det, wenn für den ein­zel­nen Arbeit­neh­mer jeweils nur ein Tarif­ver­trag gilt (sog. Tarif­plu­ra­li­tät). Es gibt kei­nen über­ge­ord­ne­ten Grund­satz, dass für ver­schie­de­ne Arbeits­ver­hält­nis­se der­sel­ben Art in einem Betrieb nur ein­heit­li­che Tarif­re­ge­lun­gen zur Anwen­dung kom­men kön­nen.

Henn emp­fahl, dies zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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