Kon­takt

VDAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e.V.
Kron­prinz­str. 14
70173 Stutt­gart
Tele­fon: (0711) 3058 9320
Tele­fax: (0711) 3058 9311

Mail schrei­ben
Inter­net-Adres­se: www.vdaa.de

 
 

Jedes Jahr zur Urlaubs­zeit: Streit um den Urlaubs­an­spruch

 

(Stutt­gart) Jahr für Jahr beginnt kurz vor der Feri­en­zeit in vie­len Betrie­ben wie­der der Streit dar­über, ob, wann und wie Betriebs­an­ge­hö­ri­ge ihren Jah­res­ur­laub neh­men kön­nen.

So man­che Aus­ein­an­der­set­zung wird von den Betei­lig­ten aller­dings völ­lig unnö­tig geführt, so der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VDAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, da die Urlaubs­an­sprü­che von Arbeit­neh­mern im Bun­des­ur­laubs­ge­setz genau­es­tens gere­gelt sind.

Danach, so Henn, habe jeder Arbeit­neh­mer zunächst ein­mal einen gesetz­lich ver­an­ker­ten Min­dest­an­spruch von 24 Werk­ta­gen Erho­lungs­ur­laub in jedem Kalen­der­jahr, wobei Sonn- und gesetz­li­che Fei­er­ta­ge bei der Berech­nung nicht mit­ge­zählt wür­den. Schwer­be­hin­der­te könn­ten fünf Werk­ta­ge zusätz­li­chen Urlaub gel­tend machen. Wäh­rend der urlaubs­be­ding­ten Abwe­sen­heit, so Henn, habe der Arbeit­neh­mer Anspruch auf Fort­zah­lung sei­nes Arbeits­ent­gel­tes, wobei sich die­ses nach dem Durch­schnitts­ver­dienst der letz­ten drei­zehn Wochen vor Beginn des Urlaubs bemes­se. Durch ärzt­li­ches Attest nach­ge­wie­se­ne Krank­heits­ta­ge wäh­rend des Erho­lungs­ur­lau­bes wür­den nicht auf die Urlaubs­ta­ge ange­rech­net. Wie es das Wort „Erho­lungs­ur­laub” schon zum Aus­druck brin­ge, so der Stutt­gar­ter Arbeits­rechts­ex­per­te, die­ne die­ser auch tat­säch­lich der Erho­lung des Arbeit­neh­mers. Eine, dem Urlaubs­zweck wider­spre­chen­de Erwerbs­tä­tig­keit, sei wäh­rend des Urlaubs daher nicht gestat­tet.

Wäh­rend über die­se grund­sätz­li­chen Rege­lun­gen zwi­schen Arbeit­ge­ber und Betriebs­an­ge­hö­ri­gen, aber auch unter die­sen selbst, noch weit­ge­hend Einig­keit bestehe, so Henn, begin­ne der Streit häu­fig dann, wenn der Urlaub geplant und auch tat­säch­lich genom­men wer­den soll. Dabei beinhal­te das Bun­des­ur­laubs­ge­setz auch hier ein­deu­ti­ge Rege­lun­gen.

Der Arbeit­ge­ber habe bei der zeit­li­chen Fest­le­gung des Urlaubs die Urlaubs­wün­sche des Arbeit­neh­mers zu berück­sich­ti­gen, es sei denn, dass die­sen „drin­gen­de betrieb­li­che Belan­ge” oder Urlaubs­wün­sche ande­rer Arbeit­neh­mer, die unter „sozia­len Gesichts­punk­ten” den Vor­rang ver­die­nen wür­den, ent­ge­gen­stün­den. Genau an die­sen Kri­te­ri­en, so Henn, ent­zün­de sich jedoch häu­fig Streit. „Drin­gend” im Sin­ne des Geset­zes sei­en betrieb­li­che Belan­ge, wenn die Urlaubs­ge­wäh­rung für den Arbeit­ge­ber zu einer erheb­li­chen Beein­träch­ti­gung des Betriebs­ab­lau­fes füh­ren wür­de.

Maß­geb­lich sei­en hier­für vor allem die kon­kre­te Situa­ti­on des Betrie­bes, sowie aber auch die Bedeu­tung des Arbeit­neh­mers und der von ihm aus­ge­üb­ten Tätig­kei­ten für den Betrieb. Vor die­sem Hin­ter­grund könn­ten der Urlaubs­ge­wäh­rung z.B. per­so­nel­le Eng­päs­se in Sai­son- oder Mes­se­zei­ten, plötz­lich auf­tre­ten­de Pro­duk­ti­ons­nach­fra­gen oder Jah­res­ab­schluss- und Inven­tur­ar­bei­ten ent­ge­gen­ste­hen.

Bei der „Sozi­al­aus­wahl” hin­ge­gen, so der Fach­an­walt für Arbeits­recht Henn, könn­ten dem Urlaubs­wunsch die Belan­ge ande­rer Arbeit­neh­mer ent­ge­gen­ste­hen, die der Arbeit­ge­ber auf­grund gesetz­li­cher Vor­ga­ben zu berück­sich­ti­gen hät­te. Von Bedeu­tung sei­en hier­bei das Lebens­al­ter, Dau­er der Betriebs­zu­ge­hö­rig­keit, Alter und Anzahl der Kin­der unter beson­de­rer Berück­sich­ti­gung der Schul­pflicht, Urlaub ande­rer Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ger, aber auch ein „bestehen­des Erho­lungs­be­dürf­nis” oder Urlaubs­re­ge­lun­gen in den ver­gan­ge­nen Jah­ren. Vor die­sem Hin­ter­grund, so Henn, dürf­te der Urlaubs­wunsch eines Arbeit­neh­mers, der gera­de seit eini­gen Mona­ten im Betrieb beschäf­tigt und dazu noch ledig sei, vor dem Urlaubs­wunsch eines Fami­li­en­va­ters mit drei Kin­dern, der schon seit zwan­zig Jah­ren im Betrieb sei, kaum bestehen. Stün­den dem Urlaubs­wunsch des Arbeits­neh­mers aller­dings weder drin­gen­de betrieb­li­che Belan­ge noch die Urlaubs­wün­sche ande­rer Betriebs­an­ge­hö­ri­ger ent­ge­gen, so der Arbeits­rechts­ex­per­te, kön­ne der Arbeit­ge­ber den Urlaub nicht ver­wei­gern und die Ent­schei­dung über das Urlaubs­ge­such auch nicht auf „die lan­ge Bahn” schie­ben.

Sich bei Ableh­nung eines Urlaubs­ge­su­ches „selbst” Urlaub zu gewäh­ren, so betont der Exper­te, sei aller­dings nicht der rich­ti­ge Weg. In die­sem Fall sei ein Arbeit­neh­mer ver­pflich­tet, sei­nen Urlaubs­an­spruch letzt­lich gericht­lich durch­zu­set­zen. Ansons­ten kön­ne die Selbst­be­ur­lau­bung im schlimms­ten Fall sogar zur frist­lo­sen Kün­di­gung füh­ren.

Henn emp­fahl, in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Micha­el Henn
Rechts­an­walt
Fach­an­walt für Erbrecht
Fach­an­walt für Arbeits­recht
VDAA – Prä­si­dent
Rechts­an­wäl­te Dr. Gaupp & Coll .
Theo­dor-Heuss-Str. 11
70174 Stutt­gart
Tel.: 0711/30 58 93–0
Fax: 0711/30 58 93–11
stuttgart@drgaupp.de
www.drgaupp.de

 
 
 
 

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Jedes Jahr zur Urlaubs­zeit: Streit um den Urlaubs­an­spruch

 

(Stutt­gart) Jahr für Jahr beginnt kurz vor der Feri­en­zeit in vie­len Betrie­ben wie­der der Streit dar­über, ob, wann und wie Betriebs­an­ge­hö­ri­ge ihren Jah­res­ur­laub neh­men kön­nen.

So man­che Aus­ein­an­der­set­zung wird von den Betei­lig­ten aller­dings völ­lig unnö­tig geführt, so der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VDAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, da die Urlaubs­an­sprü­che von Arbeit­neh­mern im Bun­des­ur­laubs­ge­setz genau­es­tens gere­gelt sind.

Danach, so Henn, habe jeder Arbeit­neh­mer zunächst ein­mal einen gesetz­lich ver­an­ker­ten Min­dest­an­spruch von 24 Werk­ta­gen Erho­lungs­ur­laub in jedem Kalen­der­jahr, wobei Sonn- und gesetz­li­che Fei­er­ta­ge bei der Berech­nung nicht mit­ge­zählt wür­den. Schwer­be­hin­der­te könn­ten fünf Werk­ta­ge zusätz­li­chen Urlaub gel­tend machen. Wäh­rend der urlaubs­be­ding­ten Abwe­sen­heit, so Henn, habe der Arbeit­neh­mer Anspruch auf Fort­zah­lung sei­nes Arbeits­ent­gel­tes, wobei sich die­ses nach dem Durch­schnitts­ver­dienst der letz­ten drei­zehn Wochen vor Beginn des Urlaubs bemes­se. Durch ärzt­li­ches Attest nach­ge­wie­se­ne Krank­heits­ta­ge wäh­rend des Erho­lungs­ur­lau­bes wür­den nicht auf die Urlaubs­ta­ge ange­rech­net. Wie es das Wort „Erho­lungs­ur­laub“ schon zum Aus­druck brin­ge, so der Stutt­gar­ter Arbeits­rechts­ex­per­te, die­ne die­ser auch tat­säch­lich der Erho­lung des Arbeit­neh­mers. Eine, dem Urlaubs­zweck wider­spre­chen­de Erwerbs­tä­tig­keit, sei wäh­rend des Urlaubs daher nicht gestat­tet.

Wäh­rend über die­se grund­sätz­li­chen Rege­lun­gen zwi­schen Arbeit­ge­ber und Betriebs­an­ge­hö­ri­gen, aber auch unter die­sen selbst, noch weit­ge­hend Einig­keit bestehe, so Henn, begin­ne der Streit häu­fig dann, wenn der Urlaub geplant und auch tat­säch­lich genom­men wer­den soll. Dabei beinhal­te das Bun­des­ur­laubs­ge­setz auch hier ein­deu­ti­ge Rege­lun­gen.

Der Arbeit­ge­ber habe bei der zeit­li­chen Fest­le­gung des Urlaubs die Urlaubs­wün­sche des Arbeit­neh­mers zu berück­sich­ti­gen, es sei denn, dass die­sen „drin­gen­de betrieb­li­che Belan­ge“ oder Urlaubs­wün­sche ande­rer Arbeit­neh­mer, die unter „sozia­len Gesichts­punk­ten“ den Vor­rang ver­die­nen wür­den, ent­ge­gen­stün­den. Genau an die­sen Kri­te­ri­en, so Henn, ent­zün­de sich jedoch häu­fig Streit. „Drin­gend“ im Sin­ne des Geset­zes sei­en betrieb­li­che Belan­ge, wenn die Urlaubs­ge­wäh­rung für den Arbeit­ge­ber zu einer erheb­li­chen Beein­träch­ti­gung des Betriebs­ab­lau­fes füh­ren wür­de.

 
Maß­geb­lich sei­en hier­für vor allem die kon­kre­te Situa­ti­on des Betrie­bes, sowie aber auch die Bedeu­tung des Arbeit­neh­mers und der von ihm aus­ge­üb­ten Tätig­kei­ten für den Betrieb. Vor die­sem Hin­ter­grund könn­ten der Urlaubs­ge­wäh­rung z.B. per­so­nel­le Eng­päs­se in Sai­son- oder Mes­se­zei­ten, plötz­lich auf­tre­ten­de Pro­duk­ti­ons­nach­fra­gen oder Jah­res­ab­schluss- und Inven­tur­ar­bei­ten ent­ge­gen­ste­hen.

Bei der „Sozi­al­aus­wahl“ hin­ge­gen, so der Fach­an­walt für Arbeits­recht Henn, könn­ten dem Urlaubs­wunsch die Belan­ge ande­rer Arbeit­neh­mer ent­ge­gen­ste­hen, die der Arbeit­ge­ber auf­grund gesetz­li­cher Vor­ga­ben zu berück­sich­ti­gen hät­te. Von Bedeu­tung sei­en hier­bei das Lebens­al­ter, Dau­er der Betriebs­zu­ge­hö­rig­keit, Alter und Anzahl der Kin­der unter beson­de­rer Berück­sich­ti­gung der Schul­pflicht, Urlaub ande­rer Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ger, aber auch ein „bestehen­des Erho­lungs­be­dürf­nis“ oder Urlaubs­re­ge­lun­gen in den ver­gan­ge­nen Jah­ren. Vor die­sem Hin­ter­grund, so Henn, dürf­te der Urlaubs­wunsch eines Arbeit­neh­mers, der gera­de seit eini­gen Mona­ten im Betrieb beschäf­tigt und dazu noch ledig sei, vor dem Urlaubs­wunsch eines Fami­li­en­va­ters mit drei Kin­dern, der schon seit zwan­zig Jah­ren im Betrieb sei, kaum bestehen. Stün­den dem Urlaubs­wunsch des Arbeits­neh­mers aller­dings weder drin­gen­de betrieb­li­che Belan­ge noch die Urlaubs­wün­sche ande­rer Betriebs­an­ge­hö­ri­ger ent­ge­gen, so der Arbeits­rechts­ex­per­te, kön­ne der Arbeit­ge­ber den Urlaub nicht ver­wei­gern und die Ent­schei­dung über das Urlaubs­ge­such auch nicht auf „die lan­ge Bahn“ schie­ben.

Sich bei Ableh­nung eines Urlaubs­ge­su­ches „selbst“ Urlaub zu gewäh­ren, so betont der Exper­te, sei aller­dings nicht der rich­ti­ge Weg. In die­sem Fall sei ein Arbeit­neh­mer ver­pflich­tet, sei­nen Urlaubs­an­spruch letzt­lich gericht­lich durch­zu­set­zen. Ansons­ten kön­ne die Selbst­be­ur­lau­bung im schlimms­ten Fall sogar zur frist­lo­sen Kün­di­gung füh­ren.

Henn emp­fahl, in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Micha­el Henn
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Jedes Jahr zur Urlaubs­zeit: Streit um den Urlaubs­an­spruch

 

(Stutt­gart) Jahr für Jahr beginnt kurz vor der Feri­en­zeit in vie­len Betrie­ben wie­der der Streit dar­über, ob, wann und wie Betriebs­an­ge­hö­ri­ge ihren Jah­res­ur­laub neh­men kön­nen.

So man­che Aus­ein­an­der­set­zung wird von den Betei­lig­ten aller­dings völ­lig unnö­tig geführt, so der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VdAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, da die Urlaubs­an­sprü­che von Arbeit­neh­mern im Bun­des­ur­laubs­ge­setz genau­es­tens gere­gelt sind.

Danach, so Henn, habe jeder Arbeit­neh­mer zunächst ein­mal einen gesetz­lich ver­an­ker­ten Min­dest­an­spruch von 24 Werk­ta­gen Erho­lungs­ur­laub in jedem Kalen­der­jahr, wobei Sonn- und gesetz­li­che Fei­er­ta­ge bei der Berech­nung nicht mit­ge­zählt wür­den. Schwer­be­hin­der­te könn­ten fünf Werk­ta­ge zusätz­li­chen Urlaub gel­tend machen. Wäh­rend der urlaubs­be­ding­ten Abwe­sen­heit, so Henn, habe der Arbeit­neh­mer Anspruch auf Fort­zah­lung sei­nes Arbeits­ent­gel­tes, wobei sich die­ses nach dem Durch­schnitts­ver­dienst der letz­ten drei­zehn Wochen vor Beginn des Urlaubs bemes­se. Durch ärzt­li­ches Attest nach­ge­wie­se­ne Krank­heits­ta­ge wäh­rend des Erho­lungs­ur­lau­bes wür­den nicht auf die Urlaubs­ta­ge ange­rech­net. Wie es das Wort „Erho­lungs­ur­laub“ schon zum Aus­druck brin­ge, so der Stutt­gar­ter Arbeits­rechts­ex­per­te, die­ne die­ser auch tat­säch­lich der Erho­lung des Arbeit­neh­mers. Eine, dem Urlaubs­zweck wider­spre­chen­de Erwerbs­tä­tig­keit, sei wäh­rend des Urlaubs daher nicht gestat­tet.

Wäh­rend über die­se grund­sätz­li­chen Rege­lun­gen zwi­schen Arbeit­ge­ber und Betriebs­an­ge­hö­ri­gen, aber auch unter die­sen selbst, noch weit­ge­hend Einig­keit bestehe, so Henn, begin­ne der Streit häu­fig dann, wenn der Urlaub geplant und auch tat­säch­lich genom­men wer­den soll. Dabei beinhal­te das Bun­des­ur­laubs­ge­setz auch hier ein­deu­ti­ge Rege­lun­gen.

Der Arbeit­ge­ber habe bei der zeit­li­chen Fest­le­gung des Urlaubs die Urlaubs­wün­sche des Arbeit­neh­mers zu berück­sich­ti­gen, es sei denn, dass die­sen „drin­gen­de betrieb­li­che Belan­ge“ oder Urlaubs­wün­sche ande­rer Arbeit­neh­mer, die unter „sozia­len Gesichts­punk­ten“ den Vor­rang ver­die­nen wür­den, ent­ge­gen­stün­den. Genau an die­sen Kri­te­ri­en, so Henn, ent­zün­de sich jedoch häu­fig Streit. „Drin­gend“ im Sin­ne des Geset­zes sei­en betrieb­li­che Belan­ge, wenn die Urlaubs­ge­wäh­rung für den Arbeit­ge­ber zu einer erheb­li­chen Beein­träch­ti­gung des Betriebs­ab­lau­fes füh­ren wür­de.

 
Maß­geb­lich sei­en hier­für vor allem die kon­kre­te Situa­ti­on des Betrie­bes, sowie aber auch die Bedeu­tung des Arbeit­neh­mers und der von ihm aus­ge­üb­ten Tätig­kei­ten für den Betrieb. Vor die­sem Hin­ter­grund könn­ten der Urlaubs­ge­wäh­rung z.B. per­so­nel­le Eng­päs­se in Sai­son- oder Mes­se­zei­ten, plötz­lich auf­tre­ten­de Pro­duk­ti­ons­nach­fra­gen oder Jah­res­ab­schluss- und Inven­tur­ar­bei­ten ent­ge­gen­ste­hen.

Bei der „Sozi­al­aus­wahl“ hin­ge­gen, so der Fach­an­walt für Arbeits­recht Henn, könn­ten dem Urlaubs­wunsch die Belan­ge ande­rer Arbeit­neh­mer ent­ge­gen­ste­hen, die der Arbeit­ge­ber auf­grund gesetz­li­cher Vor­ga­ben zu berück­sich­ti­gen hät­te. Von Bedeu­tung sei­en hier­bei das Lebens­al­ter, Dau­er der Betriebs­zu­ge­hö­rig­keit, Alter und Anzahl der Kin­der unter beson­de­rer Berück­sich­ti­gung der Schul­pflicht, Urlaub ande­rer Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ger, aber auch ein „bestehen­des Erho­lungs­be­dürf­nis“ oder Urlaubs­re­ge­lun­gen in den ver­gan­ge­nen Jah­ren. Vor die­sem Hin­ter­grund, so Henn, dürf­te der Urlaubs­wunsch eines Arbeit­neh­mers, der gera­de seit eini­gen Mona­ten im Betrieb beschäf­tigt und dazu noch ledig sei, vor dem Urlaubs­wunsch eines Fami­li­en­va­ters mit drei Kin­dern, der schon seit zwan­zig Jah­ren im Betrieb sei, kaum bestehen. Stün­den dem Urlaubs­wunsch des Arbeits­neh­mers aller­dings weder drin­gen­de betrieb­li­che Belan­ge noch die Urlaubs­wün­sche ande­rer Betriebs­an­ge­hö­ri­ger ent­ge­gen, so der Arbeits­rechts­ex­per­te, kön­ne der Arbeit­ge­ber den Urlaub nicht ver­wei­gern und die Ent­schei­dung über das Urlaubs­ge­such auch nicht auf „die lan­ge Bahn“ schie­ben.

Sich bei Ableh­nung eines Urlaubs­ge­su­ches „selbst“ Urlaub zu gewäh­ren, so betont der Exper­te, sei aller­dings nicht der rich­ti­ge Weg. In die­sem Fall sei ein Arbeit­neh­mer ver­pflich­tet, sei­nen Urlaubs­an­spruch letzt­lich gericht­lich durch­zu­set­zen. Ansons­ten kön­ne die Selbst­be­ur­lau­bung im schlimms­ten Fall sogar zur frist­lo­sen Kün­di­gung füh­ren.

Henn emp­fahl, in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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