(Stutt­gart)  Das Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt hat­te über eine Kla­ge eines Bewer­bers für eine Beam­ten­lauf­bahn gegen das Land Rhein­land-Pfalz auf Scha­dens­er­satz nach  dem All­ge­mei­nen Gleich­be­hand­lungs­ge­setz zu ent­schei­den, weil die­ser sich auf­grund sei­ner Behin­de­rung bei dem Vor­stel­lungs­ge­spräch benach­tei­ligt sah.

Dar­auf ver­weist der Köl­ner Fach­an­walt für Arbeits­recht Frhr. Fenimo­re von Bre­dow, Vize­prä­si­dent des VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Ver­wal­tungs­ge­richts (VG) Neu­stadt vom 17. Juni 2011 zum Urteil vom 25. Mai 2011 – 1 K 1158/10.NW –. 

In dem Ver­fah­ren klag­te ein behin­der­ter Bewer­ber für die Beam­ten­lauf­bahn des mitt­le­ren Jus­tiz­diens­tes, der nicht ein­ge­stellt wor­den war, auf Zah­lung einer pau­scha­len Ent­schä­di­gung in Höhe von drei Monats­ge­häl­tern und stütz­te sei­nen Anspruch auf das All­ge­mei­ne Gleich­be­hand­lungs­ge­setz. Danach ist der Arbeit­ge­ber – oder wie hier der öffent­li­che Dienst­herr – zur Ent­schä­di­gungs­leis­tung bis zu die­ser Höhe ver­pflich­tet, wenn ihm ein Ver­stoß gegen das im Gesetz nie­der­ge­leg­te Ver­bot, eine Per­son wegen ihrer Behin­de­rung zu benach­tei­li­gen, vor­ge­wor­fen wer­den kann. Der Klä­ger sah die­sen Ver­stoß in nach sei­ner Ansicht unzu­läs­si­gen Fra­gen nach sei­nem Gesund­heits­zu­stand im Vor­stel­lungs­ge­spräch und in einer will­kür­li­chen Ableh­nungs­ent­schei­dung. 

Die­se Auf­fas­sung teil­te das VG nicht und wies sei­ne Kla­ge ab, so von Bre­dow.

Die Rich­ter heben in dem Urteil her­vor, dass für eine Ein­stel­lung als Beam­ter die gesund­heit­li­che Eig­nung des Bewer­bers zwin­gend erfor­der­lich sei, wes­halb es dem Dienst­herrn erlaubt sein müs­se, sich dar­über im Vor­stel­lungs­ge­spräch ein Bild zu machen und erfor­der­li­chen­falls auch nach­zu­fra­gen. Ergä­ben sich – wie hier – aus dem Ver­hal­ten und den Anga­ben des Betrof­fe­nen nach­voll­zieh­ba­re Zwei­fel an sei­ner Belast­bar­keit und Leis­tungs­fä­hig­keit, weil er selbst u.a. geäu­ßert habe, er sei oft müde und ohne Elan, sei die Ableh­nungs­ent­schei­dung nicht will­kür­lich erfolgt. Er wer­de in einem sol­chen Fall nicht wegen sei­ner Behin­de­rung im Ver­gleich zu ande­ren Bewer­bern benach­tei­ligt. 

Von Bre­dow emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen zum Arbeits­recht Rechts­rat in Anspruch zu neh­men, wobei er u. a. auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

 

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Frhr. Fenimo­re von Bre­dow
Rechtsanwalt/Fachanwalt für Arbeits­recht
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