(Stutt­gart) Ein Beam­ter hat kei­nen Anspruch auf die Gewäh­rung von Son­der­ur­laub für die Teil­nah­me am Bezirks­kon­gress der Zeu­gen Jeho­vas.

Dar­auf ver­weist der Köl­ner Fach­an­walt für Arbeits­recht Frhr. Fenimo­re von Bre­dow, Lei­ter des Fach­aus­schus­ses „Beson­de­re Arten von Arbeits­ver­hält­nis­sen” des VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf ein Urteil des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Rhein­land-Pfalz vom 19.06.2009, Az.: 10 A 10042/09.OVG.

Der Klä­ger, ein Bun­des­be­am­ter, bean­trag­te die Bewil­li­gung von Son­der­ur­laub für die Teil­nah­me am Bezirks­kon­gress der Zeu­gen Jeho­vas in der Com­merz­bank-Are­na in Frank­furt. Nach Ableh­nung des Antrags ver­pflich­te­te das Ver­wal­tungs­ge­richt den Dienst­herrn, den Son­der­ur­laub zu gewäh­ren. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt wies die Kla­ge hin­ge­gen ab, betont von Bre­dow.

Einem Beam­ten kön­ne nach der Son­der­ur­laubs­ver­ord­nung zwar Son­der­ur­laub für die Teil­nah­me am Deut­schen Evan­ge­li­schen Kir­chen­tag sowie am Deut­schen Katho­li­ken­tag gewährt wer­den, weil die­se Ver­an­stal­tun­gen über den reli­giö­sen Cha­rak­ter hin­aus eine beson­de­re gesell­schaft­li­che Bedeu­tung hät­ten. Dies sei bei den Bezirks­kon­gres­sen der Zeu­gen Jeho­vas jedoch nicht der Fall. Die Kir­chen­ta­ge sei­en kei­ne von den Amts­kir­chen orga­ni­sier­ten Ver­an­stal­tun­gen. Viel­mehr wür­den sie von Lai­en­be­we­gun­gen getra­gen, die den Kir­chen teil­wei­se sogar kri­tisch gegen­über­stün­den. Außer­dem wid­me­ten sie sich nicht aus­schließ­lich reli­giö­sen oder kirch­li­chen The­men, son­dern ganz wesent­lich auch aktu­el­len poli­ti­schen und gesell­schaft­li­chen Fra­ge­stel­lun­gen wie z. B. des Frie­dens, der Öko­lo­gie und der Glo­ba­li­sie­rung. Dem­ge­gen­über wür­den die Bezirks­kon­gres­se der Zeu­gen Jeho­vas von der Reli­gi­ons­ge­sell­schaft selbst orga­ni­siert und beschränk­ten sich auf ein Wir­ken nach innen. Es sol­le der indi­vi­du­el­le Glau­ben gefes­tigt und die reli­giö­se Lebens­füh­rung sowie das Zusam­men­ge­hö­rig­keits­ge­fühl der Mit­glie­der gestärkt wer­den. Dem­nach kom­me den Bezirks­kon­gres­sen der Zeu­gen Jeho­vas kei­ne ähn­li­che gesell­schaft­li­che Bedeu­tung zu wie dem Evan­ge­li­schen Kir­chen­tag und dem Deut­schen Katho­li­ken­tag.

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hat wegen der grund­sätz­li­chen Bedeu­tung der Rechts­sa­che die Revi­si­on zum Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig zuge­las­sen.

Von Bre­dow emp­fahl, bei auf­kom­men­den Fra­gen dazu Rechts­rat in Anspruch zu neh­men, wobei er u. a. auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. — www.vdaa.de — ver­wies.

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