Die Beklag­te ist Trä­ge­rin meh­re­rer Kran­ken­häu­ser und insti­tu­tio­nell mit der römisch-katho­li­schen Kir­che ver­bun­den. Der katho­li­sche Klä­ger war bei ihr seit dem Jahr 2000 als Chef­arzt beschäf­tigt. Den Dienst­ver­trag schlos­sen die Par­tei­en unter Zugrun­de­le­gung der vom Erz­bi­schof von Köln erlas­se­nen Grund­ord­nung des kirch­li­chen Diens­tes im Rah­men kirch­li­cher Arbeits­ver­hält­nis­se vom 23. Sep­tem­ber 1993 (GrO 1993). Nach deren Art. 5 Abs. 2 han­del­te es sich beim Abschluss einer nach dem Glau­bens­ver­ständ­nis und der Rechts­ord­nung der Kir­che ungül­ti­gen Ehe um einen schwer­wie­gen­den Loya­li­täts­ver­stoß, der eine Kün­di­gung recht­fer­ti­gen konn­te. Die Wei­ter­be­schäf­ti­gung war grund­sätz­lich aus­ge­schlos­sen, wenn der Loya­li­täts­ver­stoß von einem lei­ten­den Mit­ar­bei­ter began­gen wur­de (Art. 5 Abs. 3 GrO 1993)*. Zu die­sen zäh­len nach kirch­li­chem Recht auch Chef­ärz­te.

Der Klä­ger hei­ra­te­te nach der Schei­dung von sei­ner ers­ten Ehe­frau im Jahr 2008 ein zwei­tes Mal stan­des­amt­lich. Nach­dem die Beklag­te hier­von Kennt­nis erlangt hat­te, kün­dig­te sie das Arbeits­ver­hält­nis mit Schrei­ben vom 30. März 2009 ordent­lich zum 30. Sep­tem­ber 2009. Hier­ge­gen hat sich der Klä­ger mit der vor­lie­gen­den Kün­di­gungs­schutz­kla­ge gewandt. Er hat gemeint, sei­ne erneu­te Ehe­schlie­ßung ver­mö­ge die Kün­di­gung nicht zu recht­fer­ti­gen. Bei evan­ge­li­schen Chef­ärz­ten blei­be eine Wie­der­hei­rat nach der GrO 1993 ohne arbeits­recht­li­che Fol­gen.

Die Vor­in­stan­zen haben der Kla­ge statt­ge­ge­ben. Das die Revi­si­on der Beklag­ten zurück­wei­sen­de Urteil des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 8. Sep­tem­ber 2011 — 2 AZR 543/10 — hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt durch Beschluss vom 22. Okto­ber 2014 — 2 BvR 661/12 — auf­ge­ho­ben und die Sache an das Bun­des­ar­beits­ge­richt zurück­ver­wie­sen.

Der Zwei­te Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts hat mit Beschluss vom heu­ti­gen Tage ent­schie­den, den Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on nach Art. 267 AEUV um die Beant­wor­tung von Fra­gen zur Aus­le­gung von Art. 4 Abs. 2 Unter­abs. 2 der Richt­li­nie 2000/78/EG des Rates vom 27. Novem­ber 2000 zur Fest­le­gung eines all­ge­mei­nen Rah­mens für die Ver­wirk­li­chung der Gleich­be­hand­lung in Beschäf­ti­gung und Beruf (ABl. EG Nr. L 303 S. 16) zu ersu­chen. Für den Senat ist erheb­lich, ob die Kir­chen nach dem Uni­ons­recht bei einem an Arbeit­neh­mer in lei­ten­der Stel­lung gerich­te­ten Ver­lan­gen nach loya­lem und auf­rich­ti­gem Ver­hal­ten unter­schei­den dür­fen zwi­schen Arbeit­neh­mern, die der Kir­che ange­hö­ren, und sol­chen, die einer ande­ren oder kei­ner Kir­che ange­hö­ren.

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