(Stutt­gart) Gemäß Art. 33 Abs. 2 GG hat jeder Deut­sche nach sei­ner Eig­nung, Befä­hi­gung und fach­li­chen Leis­tung glei­chen Zugang zu jedem öffent­li­chen Amt. Dies begrün­det ein grund­rechts­glei­ches Recht auf rechts­feh­ler­freie Ein­be­zie­hung in die Bewer­ber­aus­wahl und auf deren Durch­füh­rung anhand der in Art. 33 Abs. 2 GG genann­ten Aus­wahl­kri­te­ri­en. Der am bes­ten geeig­ne­te Bewer­ber hat für die aus­ge­schrie­be­ne Stel­le einen Beset­zungs­an­spruch.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Fach­an­walt für Arbeits­recht Jens Klar­mann, Vize­prä­si­dent des VdAA  — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf das Urteil des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) vom 17. August 2010 — 9 AZR 347/09.

Der Klä­ger bewarb sich Anfang 2006 beim beklag­ten Land für die Stel­le des Prä­si­den­ten der Lan­des­an­stalt für Land­wirt­schaft, Fors­ten und Gar­ten­bau. Nach einem Aus­wahl­ver­fah­ren teil­te ihm das beklag­te Land mit, dass die Stel­le einem Kon­kur­ren­ten über­tra­gen wer­den sol­le. Auf Antrag des Klä­gers unter­sag­te das Lan­des­ar­beits­ge­richt dem beklag­ten Land im Jah­re 2007 im einst­wei­li­gen Ver­fü­gungs­ver­fah­ren, die Stel­le bis zum rechts­kräf­ti­gen Abschluss des vor­lie­gen­den Kon­kur­ren­ten­kla­ge­ver­fah­rens zu beset­zen. Es stütz­te sich ins­be­son­de­re dar­auf, das beklag­te Land habe sei­ne Aus­wahl­er­wä­gun­gen nicht schrift­lich doku­men­tiert. Anfang 2008 brach das beklag­te Land dar­auf­hin das Stel­len­be­set­zungs­ver­fah­ren ab. Der Klä­ger hat mit sei­ner Kla­ge ver­langt, ihm als am bes­ten geeig­ne­ten Bewer­ber die Stel­le zu über­tra­gen, hilfs­wei­se das Stel­len­be­set­zungs­ver­fah­ren fort­zu­set­zen und über sei­ne Bewer­bung neu zu ent­schei­den.

Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat der Kla­ge im Wesent­li­chen statt­ge­ge­ben. Der Neun­te Senat hat die kla­ge­ab­wei­sen­de Ent­schei­dung des Arbeits­ge­richts wie­der­her­ge­stellt, so Klar­mann.

Der Abbruch des Beset­zungs­ver­fah­rens erfolg­te aus sach­li­chen Grün­den, weil das Lan­des­ar­beits­ge­richt im einst­wei­li­gen Ver­fü­gungs­ver­fah­ren Ver­fah­rens­män­gel bean­stan­de­te. Mit dem berech­tig­ten Abbruch wur­den die gel­tend gemach­ten Ansprü­che des Klä­gers aus Art. 33 Abs. 2 GG besei­tigt. Da die Stel­le wei­ter­hin besetzt wer­den soll, hat der Klä­ger die Mög­lich­keit, sich nach not­wen­di­ger erneu­ter Stel­len­aus­schrei­bung wie­der zu bewer­ben.

Klar­mann emp­fahl, die­se Grund­sät­ze zu beach­ten sowie in Zwei­fels­fäl­len um Rechts­rat nach­zu­su­chen, wobei er u. a. dazu auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.   

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