(Stutt­gart) Mit Urteil vom 02.06.2009 hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Baden-Würt­tem­berg (LAG) der gegen die ordent­li­che Kün­di­gung gerich­te­ten Fest­stel­lungs­kla­ge eines NPD-Mit­glie­des im öffent­li­chen Dienst statt­ge­ge­ben.

Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VdAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des LAG Baden-Würt­tem­berg vom 03.06.2009 — Az.: 14 Sa 101/08 -.

In dem Fall ist der Klä­ger seit 2003 beim beklag­ten Land (im Bereich der Ober­fi­nanz­di­rek­ti­on) als Ver­wal­tungs­an­ge­stell­ter beschäf­tigt. Das Land hat gegen­über dem Klä­ger eine außer­or­dent­li­che frist­lo­se, hilfs­wei­se frist­ge­rech­te Kün­di­gung aus­ge­spro­chen. Hier­bei stützt sich das Land auf den Vor­wurf, der Klä­ger sei als Anhän­ger und Akti­vist der NPD für eine als ver­fas­sungs­feind­lich ein­ge­stuf­te Par­tei tätig gewor­den bzw. tätig. Im Ver­lauf des Kün­di­gungs­schutz­ver­fah­rens wur­de außer­dem die Anfech­tung des Arbeits­ver­tra­ges der Par­tei­en erklärt.

Das Arbeits­ge­richt hat die Anfech­tung des Arbeits­ver­tra­ges eben­so wie die außerordentliche/fristlose Kün­di­gung als unwirk­sam ange­se­hen und der Kla­ge inso­weit statt­ge­ge­ben. Die gegen die hilfs­wei­se ordent­li­che Kün­di­gung gerich­te­te Kla­ge, mit wel­cher der Klä­ger im Wesent­li­chen die Sozi­al­wid­rig­keit der Kün­di­gung gel­tend macht, wur­de hin­ge­gen erst­in­stanz­lich abge­wie­sen.

Bei­de Par­tei­en haben gegen die arbeits­ge­richt­li­che Ent­schei­dung Beru­fung ein­ge­legt, über wel­che nun das LG Baden-Würt­tem­berg mit Urteil vom 02.06.2009 ent­schie­den hat, so Henn.

Die Beru­fung des beklag­ten Lan­des wur­de zurück­ge­wie­sen; die Beru­fung des Klä­gers hat­te teil­wei­se Erfolg.

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts kön­nen die Mit­glied­schaft und das Ein­tre­ten für eine als ver­fas­sungs­feind­lich ein­zu­stu­fen­de Par­tei Zwei­fel an der Ver­fas­sungs­treue des Arbeit­neh­mers erge­ben, rei­chen aber für die Kün­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses für sich allei­ne nicht aus. Außer­dienst­li­che poli­ti­sche Akti­vi­tä­ten müs­sen in die Dienst­stel­le hin­ein­wir­ken und die Auf­ga­ben­stel­lung des öffent­li­chen Arbeit­ge­bers berüh­ren. Da Letz­te­res nicht fest­ge­stellt wer­den konn­te, wur­de der gegen die ordent­li­che Kün­di­gung gerich­te­ten Fest­stel­lungs­kla­ge statt­ge­ge­ben. Auf die vom beklag­ten Land gel­tend gemach­te Ver­fol­gung ver­fas­sungs­feind­li­cher Zie­le durch die NPD muss­te dabei nicht ein­ge­gan­gen wer­den.

Dem Anspruch auf vor­läu­fi­ge Wei­ter­be­schäf­ti­gung (bis zum rechts­kräf­ti­gen Abschluss des Rechts­streits) konn­te wegen Akti­vi­tä­ten des Klä­gers nach Kün­di­gungs­aus­spruch nicht statt­ge­ge­ben wer­den.

Henn emp­fahl, das Urteil zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. — www.vdaa.de — ver­wies.   

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