(Stutt­gart) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf hat­te soeben über die Kla­ge eines Anspruch eines Ober­arz­tes zu ent­schei­den, der sich wegen man­geln­der Ope­ra­ti­ons­mög­lich­kei­ten wegen Alters dis­kri­mi­niert fühl­te.

 

Dar­auf ver­weist der Köl­ner Fach­an­walt für Arbeits­recht Frhr. Fenimo­re von Bre­dow, Vize­prä­si­dent des VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) Düs­sel­dorf vom 4. Juli 2014 zu sei­nem Urteil vom sel­ben Tage, Az. 10 Sa 101/14.

In dem Fall war der 63 Jah­re alte Klä­ger seit 1989 bei der Beklag­ten, einer Uni­ver­si­tät, als Ober­arzt beschäf­tigt. Die beklag­te Uni­ver­si­tät und das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum sind jeweils recht­lich selb­stän­di­ge Rechts­per­sön­lich­kei­ten. § 15 der Rechts­ver­ord­nung über die Uni­ver­si­täts­kli­ni­ken in Nord­rhein-West­fa­len (UKVO) schreibt vor, dass das wis­sen­schaft­li­che Per­so­nal der Uni­ver­si­tät ver­pflich­tet ist, im Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Auf­ga­ben in der Kran­ken­ver­sor­gung zu erfül­len. Des­halb erfüll­te der Klä­ger sei­ne Auf­ga­ben im Bereich der Kran­ken­ver­sor­gung im Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum. In die­sem obliegt nach des­sen Sat­zung dem jewei­li­gen Lei­ter der Abtei­lung, d.h. dem Chef­arzt, im Bereich der Kran­ken­ver­sor­gung das Wei­sungs­recht gegen­über allen Bediens­te­ten.

Der Klä­ger behaup­tet, seit dem Jahr 2009 wer­de er zu deut­lich weni­ger gro­ßen Herz­ope­ra­tio­nen her­an­ge­zo­gen. Ihm wer­de kei­ne Wei­ter­bil­dung im Bereich der mini­mal-inva­si­ven Ein­grif­fe ermög­licht. Dies stel­le eine Dis­kri­mi­nie­rung wegen sei­nes Alters dar. Der Klä­ger bean­tragt, die Uni­ver­si­tät zu ver­ur­tei­len, ihn als Ober­arzt und Ope­ra­teur zu beschäf­ti­gen, min­des­tens aber zu 100 Ope­ra­tio­nen im Jahr ein­zu­tei­len. Er ver­langt zudem eine Ent­schä­di­gung von min­des­tens 5.000 Euro wegen der behaup­te­ten Dis­kri­mi­nie­rung. Die Uni­ver­si­tät meint, dass der Klä­ger aus­rei­chend beschäf­tigt und fort­ge­bil­det wer­de und des­halb auch kei­ne Dis­kri­mi­nie­rung vor­lie­ge. Ohne­hin sei sie die fal­sche Beklag­te.

Eben­so wie das Arbeits­ge­richt hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt die Kla­ge abge­wie­sen. Die Uni­ver­si­tät konn­te nicht zur Beschäf­ti­gung des Klä­gers als Ober­arzt oder Ope­ra­teur ver­ur­teilt wer­den. Sie konn­te auch nicht ver­pflich­tet wer­den, den Klä­ger zu 100 Ope­ra­tio­nen im Jahr ein­zu­tei­len. Zwar ist sie Arbeit­ge­be­rin des Klä­gers, hat aber selbst kei­ne Pati­en­ten. Auf­grund von § 15 UKVO muss der Klä­ger sei­ne Auf­ga­ben in der Kran­ken­ver­sor­gung im Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum erfül­len. Das Wei­sungs­recht in die­sem Bereich übt auf­grund der Sat­zung, d.h. kraft Geset­zes, der jewei­li­ge Chef­arzt aus. Nur das Kli­ni­kum könn­te dem Klä­ger die begehr­te Beschäf­ti­gung zuwei­sen. Das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum war jedoch nicht ver­klagt. Auch für eine etwai­ge Dis­kri­mi­nie­rung im ärzt­li­chen Auf­ga­ben­be­reich des Klä­gers wür­de das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum und nicht die Uni­ver­si­tät haf­ten. Das Kli­ni­kum ist im Bereich der Kran­ken­ver­sor­gung kein Erfül­lungs- oder Ver­rich­tungs­ge­hil­fe der Uni­ver­si­tät, weil die­se inso­weit kei­ne eige­nen Auf­ga­ben wahr­nimmt. Der Uni­ver­si­tät oblie­gen auf­grund der inso­weit kraft Geset­zes dem Kli­ni­kum zuge­wie­se­nen Auf­ga­be auch kei­ne eige­nen Orga­ni­sa­ti­ons­pflich­ten. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Revi­si­on nicht zuge­las­sen.

Von Bre­dow emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen zum Arbeits­recht Rechts­rat in Anspruch zu neh­men, wobei er u. a. auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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Frhr. Fenimo­re von Bre­dow
Rechtsanwalt/Fachanwalt für Arbeits­recht
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