(Stutt­gart)  Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf hat soeben in sechs Beru­fungs­ver­fah­ren ent­schie­den, dass die von einem Kran­ken­haus in kirch­li­cher Trä­ger­schaft aus­ge­spro­che­nen außer­or­dent­li­chen betriebs­be­ding­ten Kün­di­gun­gen rechts­un­wirk­sam sind.

Dar­auf ver­weist der Köl­ner Fach­an­walt für Arbeits­recht Frhr. Fenimo­re von Bre­dow, Vize­prä­si­dent des VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) Düs­sel­dorf vom 23. Novem­ber 2011 zu sei­nen Urtei­len vom glei­chen Tage — 12 Sa 926/11 u. a.

Als Gegen­leis­tung für den Ver­zicht auf das Weih­nachts­geld sah eine Dienst­ver­ein­ba­rung den Ver­zicht auf ordent­li­che betriebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen bis zum 31.12.2011 vor. Die Beklag­te hat­te vor­ge­tra­gen, auf­grund einer uner­war­tet hohen Tarif­stei­ge­rung ab dem Jahr 2011 habe sie im Janu­ar 2011 zur Abwen­dung einer dro­hen­den Insol­venz 121 außer­or­dent­li­che betriebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen aus­spre­chen müs­sen. Der Aus­spruch der Kün­di­gun­gen erfolg­te nach Abschluss einer Aus­wahl­richt­li­nie und eines Sozi­al­plans mit der Mit­ar­bei­ter­ver­tre­tung.

Eben­so wie die Vor­in­stanz, das Arbeits­ge­richt Duis­burg, hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf den Kün­di­gungs­schutz­kla­gen statt­ge­ge­ben.

Es ist davon aus­ge­gan­gen, dass die Rech­te der Beschäf­tig­ten aus der Dienst­ver­ein­ba­rung, d.h. der Kün­di­gungs­ver­zicht, jeden­falls als Gesamt­zu­sa­ge indi­vi­du­al­ver­trag­lich wei­ter wirk­sam wa-ren. Die­se Rech­te wur­den durch den Abschluss der nach­fol­gen­den Aus­wahl­richt­li­nie und des Sozi­al­plans nicht auf­ge­ho­ben. Auch einen Weg­fall der Geschäfts­grund­la­ge hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt nicht ange­nom­men. Den Anfor­de­run­gen an eine außer­or­dent­li­che betriebs­be­ding­te Kün­di­gung genüg­te der Sach­vor­trag der Beklag­ten nicht. Hier­bei hat die Kam­mer u.a. berück­sich­tigt, dass der Kün­di­gungs­ver­zicht bereits in Kennt­nis einer schwie­ri­gen wirt­schaft­li­chen Situa­ti­on ver­ein­bart wor­den war. Es reich­te eben­so nicht aus, dass die Bank des Bis­tums nur bei Aus­spruch der Kün­di­gun­gen bereit gewe­sen sei, die Kre­dit­li­nie zu erhö­hen.

Die Revi­si­on ist durch das Lan­des­ar­beits­ge­richt nicht zuge­las­sen wor­den.

Von Bre­dow emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen zum Arbeits­recht Rechts­rat in Anspruch zu neh­men, wobei er u. a. auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

 

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Frhr. Fenimo­re von Bre­dow
Rechtsanwalt/Fachanwalt für Arbeits­recht
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