(Stutt­gart)  Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf hat am 8.12.2011 ent­schie­den, dass “Equal-Pay” in der Zeit­ar­beit nicht für For­de­run­gen vor Dezem­ber 2010 gilt.

Dar­auf ver­weist der Köl­ner Fach­an­walt für Arbeits­recht Frhr. Fenimo­re von Bre­dow, Vize­prä­si­dent des VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) Düs­sel­dorf vom 8.12.2011 zu sei­nem Urteil vom sel­ben Tage, Az.: 11 Sa 852/11.

Der Klä­ger ist bei einer Zeit­ar­beits­fir­ma beschäf­tigt und als Able­ser im Kun­den­au­ßen­dienst eines gro­ßen Ener­gie­un­ter­neh­mens ein­ge­setzt. Die dem Arbeits­ver­hält­nis zugrun­de lie­gen­den tarif­li­chen Rege­lun­gen waren zunächst mit der Tarif­ge­mein­schaft Christ­li­cher Gewerk­schaf­ten für Zeit­ar­beit und Per­so­nal­ser­vi­ca­gen­tu­ren (CGZP) abge­schlos­sen wor­den, der das Bun­des­ar­beits­ge­richt am 14.12.2010 die Fähig­keit abge­spro­chen hat, wirk­sam Tarif­ver­trä­ge zu schlie­ßen. Am 26.04.2010 hat­ten die Par­tei­en eine Zusatz­ver­ein­ba­rung abge­schlos­sen, wonach auf das Arbeits­ver­hält­nis die zwi­schen dem Arbeit­ge­ber­ver­band Mit­tel­stän­di­scher Per­so­nal­dienst­leis­ter (AMP) und den Ein­zel­ge­werk­schaf­ten des Christ­li­chen Gewerk­schafts­bun­des (CGB) gel­ten­den Tarif­ver­trä­ge Anwen­dung fin­den.

Der Klä­ger ist der Ansicht, es feh­le für den Zeit­raum von 2007 bis Febru­ar 2011 an einem wirk­sa­men Zeit­ar­beits­ta­rif­ver­trag. Er habe daher Anspruch auf Zah­lung von Dif­fe­renz­ver­gü­tun­gen in Höhe von ins­ge­samt 43.620,87 EUR (Rest­ver­gü­tun­gen, Über­stun­den­zu­schlä­ge, 13. Monats­ge­häl­tern und tarif­li­chen Ein­mal­zah­lun­gen) ent­spre­chend der Ver­gü­tung eines von dem Ener­gie­un­ter­neh­men selbst beschäf­tig­ten Able­sers.

Mit sei­ner Beru­fung hat­te der Klä­ger kei­nen Erfolg. Bereits das Arbeits­ge­richt Düs­sel­dorf hat­te die Kla­ge abge­wie­sen. Die Ansprü­che des Klä­gers bis Ende 2009 sei­en wegen der wirk­sa­men Aus­schluss­frist des durch die Zusatz­ver­ein­ba­rung in Bezug genom­me­nen Man­tel­ta­rif­ver­trags zwi­schen der AMP und den Ein­zel­ge­werk­schaf­ten des CGB (MTV) ver­fal­len. Der MTV sei ein mehr­glied­ri­ger Tarif­ver­trag. Selbst wenn die CGZP tarif­un­fä­hig sei, gel­te dies nicht für die Ein­zel­ge­werk­schaf­ten des CGB. Die Aus­schluss­frist habe zudem nicht erst ab dem Zeit­punkt der Ent­schei­dung des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 14.12.2010 zu lau­fen begon­nen. Ab dem Jah­re 2010 bestehe ein mit den Ein­zel­ge­werk­schaf­ten der CGB wirk­sam ver­ein­bar­ter Zeit­ar­beits­ta­rif­ver­trag. Die­se Ent­schei­dung hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf bestä­tigt.

Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Revi­si­on zum Bun­des­ar­beits­ge­richt zuge­las­sen.

Von Bre­dow emp­fahl, dies und einen etwai­gen Fort­gang zu beach­ten und bei Fra­gen zum Arbeits­recht Rechts­rat in Anspruch zu neh­men, wobei er u. a. auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

 

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Frhr. Fenimo­re von Bre­dow
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