(Stutt­gart) Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf hat ein ent­spre­chen­des Urteil des Arbeits­ge­richts Düs­sel­dorf bestä­tigt, wonach die Ange­stell­te einer Wer­be­agen­tur ihren drei­bei­ni­gen Hund nicht mehr mit ins Büro brin­gen darf.

Dar­auf ver­weist der Köl­ner Fach­an­walt für Arbeits­recht Frhr. Fenimo­re von Bre­dow, Vize­prä­si­dent des VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) Düs­sel­dorf vom 24.03.2014 zu sei­nem Urteil vom sel­ben Tage, Az. 9 Sa 1207/13.
Die Ange­stell­te einer Wer­be­agen­tur strei­tet mit ihrem Arbeit­ge­ber dar­über, ob sie ihren Hund nach wie vor mit zur Arbeit neh­men darf. Nach­dem die Klä­ge­rin den drei­bei­ni­gen Hund, den sie von der Tier­hil­fe aus Russ­land habe, über drei Jah­re mit ins Büro neh­men durf­te, wur­de ihr dies von ihrem Arbeit­ge­ber unter­sagt. Die Hün­din sei nach Anga­ben des Arbeit­ge­bers zutiefst trau­ma­ti­siert und zei­ge ein gefähr­li­ches sozia­les und ter­ri­to­ria­les Ver­hal­ten. So knur­re die­se Kol­le­gen der Klä­ge­rin an, wel­che sich des­halb nicht mehr in deren Büro trau­ten. Dar­über hin­aus gehe von der Hün­din eine Geruchs­be­läs­ti­gung aus. Die Klä­ge­rin beruft sich auf den Grund­satz der Gleich­be­hand­lung, da auch ande­re Mit­ar­bei­ter ihre Hun­de mit­brin­gen dür­fen und das Tier kei­ne Bedro­hung für ande­re dar­stel­le.

Das Lan­des­ar­beits­ge­richt Düs­sel­dorf hat die Kla­ge wie schon das Arbeits­ge­richt abge­wie­sen. Es geht zunächst davon aus, dass es dem Arbeit­ge­ber im Rah­men des Direk­ti­ons­rechts zuste­he, die Bedin­gun­gen, unter denen Arbeit zu leis­ten ist, fest­zu­le­gen. Hier­zu gehö­re auch, ob und unter wel­chen Bedin­gun­gen ein Hund mit ins Büro gebracht wer­den darf. Die hier zunächst aus­ge­üb­te Direk­ti­on durf­te die Arbeit­ge­be­rin ändern, weil es dafür sach­li­che Grün­de gab. Auf­grund der Beweis­auf­nah­me, die das Arbeits­ge­richt durch­ge­führt hat­te, stand für die Kam­mer fest, dass von der Hün­din der Klä­ge­rin Stö­run­gen des Arbeits­ab­laufs aus­gin­gen und ande­re Kol­le­gen sich sub­jek­tiv bedroht und gestört fühl­ten. Die­se Fest­stel­lun­gen des Arbeits­ge­richts hat die Klä­ge­rin mit der Beru­fung nicht zu Fall gebracht. Aber auch dann, wenn die Arbeit­ge­be­rin der Klä­ge­rin zunächst schlüs­sig zuge­sagt haben soll­te, den Hund mit in das Büro brin­gen zu dür­fen, hät­te die­se Zusa­ge sach­lo­gisch unter dem Vor­be­halt gestan­den, dass ande­re Mit­ar­bei­ter und die Arbeits­ab­läu­fe dadurch nicht gestört wer­den. Da – wie schon vom Arbeits­ge­richt fest­ge­stellt – ein ein sach­li­cher Grund für die Ände­rung der bis­he­ri­gen Pra­xis gege­ben war, lag auch kein Ver­stoß gegen den Gleich­be­hand­lungs­grund­satz vor. Soweit die Klä­ge­rin der Arbeit­ge­be­rin im Beru­fungs­rechts­zug Mob­bing vor­ge­wor­fen hat, waren hier­für zur Über­zeu­gung der Kam­mer kei­ne aus­rei­chen­den Anhalts­punk­te vor­ge­tra­gen.

Von Bre­dow emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen zum Arbeits­recht Rechts­rat in Anspruch zu neh­men, wobei er u. a. auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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Frhr. Fenimo­re von Bre­dow
Rechtsanwalt/Fachanwalt für Arbeits­recht
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