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Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nord­rhein-West­fa­len: Bei Hartz IV-Emp­fän­gern muss auch bei Sank­tio­nen das Exis­tenz­mi­ni­mum gesi­chert sein

 

(Stutt­gart) Nach einer Ent­schei­dung des Lan­des­so­zi­al­ge­richts Nord­rhein-West­fa­len ist der Grund­si­che­rungs­trä­ger (Arge oder Kom­mu­ne) grund­sätz­lich ver­pflich­tet, zeit­gleich mit der Ent­schei­dung über den voll­stän­di­gen Weg­fall von lau­fen­den Hartz IV-Leis­tun­gen auch dar­über zu ent­schei­den, ob er statt­des­sen dem Hartz IV-Bezie­her Sach­leis­tun­gen oder geld­wer­te Leis­tun­gen (z.B. Lebens­mit­tel­gut­schei­ne) zur Ver­fü­gung stellt.

Die­se Ver­pflich­tung, so der Köl­ner Fach­an­walt für Arbeits­recht Frhr. Fenimo­re von Bre­dow, Lei­ter des Fach­aus­schus­ses „Beson­de­re Arten von Arbeits­ver­hält­nis­sen” des VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart unter Hin­weis auf den am 16.11.2009 ver­öf­fent­lich­ten Beschluss des Lan­des­so­zi­al­ge­richts Nord­rhein-West­fa­len (LSG) vom 09.09.2009 — Az.: L 7 B 211/09 AS ER -, lei­tet das LSG ins­be­son­de­re aus dem Sozi­al­staats­ge­bot des Grund­ge­set­zes ab.

Geklagt hat­te ein unter Betreu­ung ste­hen­der unter 25jähriger Leis­tungs­emp­fän­ger aus Mön­chen­glad­bach, der ein weni­ge Mona­te altes Baby zu ver­sor­gen hat. Ihm hat­te die Arge mit einem Sank­ti­ons­be­scheid die Leis­tun­gen für drei Mona­te voll­ständig gestri­chen, weil er sei­nen Mit­wir­kungs­ob­lie­gen­hei­ten wie­der­holt nicht nach­gekommen war. Hier­ge­gen hat­te der Leis­tungs­emp­fän­ger einst­wei­li­gen Rechts­schutz beim Sozi­al­ge­richt (SG) bean­tragt. Das SG hat­te dem Leistungs­empfänger Recht gege­ben und den Sank­ti­ons­be­scheid für vor­läu­fig nicht voll­ziehbar er­klärt.

Die­se Ent­schei­dung, so betont von Bre­dow, hat das LSG bestä­tigt, weil die Arge nicht zeit­gleich mit dem Sank­ti­ons­be­scheid dar­über ent­schie­den hat, ob stattdes­sen Sach­leis­tun­gen oder geld­wer­te Leis­tun­gen zu gewäh­ren sind.

Die­se zeit­gleiche Ent­scheidung sei erfor­der­lich, weil das phy­si­sche Existenz­minimum eines Hartz IV-Emp­fän­ger auch bei Sank­tio­nen im Blick zu behal­ten und der Leis­tungs­fall so unter Kon­trol­le zu hal­ten sei. Nach den gesetz­li­chen Vorga­ben kann die Arge unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen bei Sank­tio­nen statt der Geld­leis­tung u.a. Lebens­mit­tel­gut­schei­ne gewäh­ren; dies soll sie tun, wenn der Leis­tungs­emp­fän­ger mit min­der­jäh­ri­gen Kin­dern in Bedarfsgemein­schaft lebt. Nach der Ent­schei­dung des LSG muss die Arge regel­mä­ßig vor Ver­hän­gung einer Sank­ti­on klä­ren, ob die Gewäh­rung z.B. von Lebens­mit­tel­gut­schei­nen im kon­kre­ten Fall erfor­der­lich ist; der Leistungs­empfänger darf nicht dar­auf ver­wie­sen wer­den, dies nach­träg­lich bean­tra­gen zu kön­nen.

Der Beschluss ist rechts­kräf­tig.

Von Bre­dow emp­fahl, dies zu beach­ten und bei auf­kom­men­den Fra­gen dazu Rechts­rat in Anspruch zu neh­men, wobei er u. a. auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. — www.vdaa.de — ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht  Ihnen zur Ver­fü­gung:

Frhr. Fenimo­re von Bre­dow
Rechts­an­walt
Fach­an­walt für Arbeits­recht
Lei­ter des VdAA Fach­aus­schus­ses 
 „Beson­de­re Arten von Arbeits­ver­hält­nis­sen”
Domernicht v. Bre­dow Wöl­ke
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50672 Köln
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Email: v.bredow@dvbw-legal.de 
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Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nord­rhein-West­fa­len: Bei Hartz IV-Emp­fän­gern muss auch bei Sank­tio­nen das Exis­tenz­mi­ni­mum gesi­chert sein

 

(Stutt­gart) Nach einer Ent­schei­dung des Lan­des­so­zi­al­ge­richts Nord­rhein-West­fa­len (LSG) ist der Grund­si­che­rungs­trä­ger (Arge oder Kom­mu­ne) grund­sätz­lich ver­pflich­tet, zeit­gleich mit der Ent­schei­dung über den voll­stän­di­gen Weg­fall von lau­fen­den Hartz IV-Leis­tun­gen auch dar­über zu ent­schei­den, ob er statt­des­sen dem Hartz IV-Bezie­her Sach­leis­tun­gen oder geld­wer­te Leis­tun­gen (z.B. Lebens­mit­tel­gut­schei­ne) zur Ver­fü­gung stellt.

Die­se Ver­pflich­tung, so der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VdAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf den am 16.11.2009 ver­öf­fent­lich­ten Beschluss des Lan­des­so­zi­al­ge­richts NRW (LSG) vom 09.09.2009, Az.: L 7 B 211/09 AS ER, lei­tet das LSG ins­be­son­de­re aus dem Sozi­al­staats­ge­bot des Grund­ge­set­zes ab.

Geklagt hat­te ein unter Betreu­ung ste­hen­der unter 25jähriger Leis­tungs­emp­fän­ger aus Mön­chen­glad­bach, der ein weni­ge Mona­te altes Baby zu ver­sor­gen hat. Ihm hat­te die Arge mit einem Sank­ti­ons­be­scheid die Leis­tun­gen für drei Mona­te voll­ständig gestri­chen, weil er sei­nen Mit­wir­kungs­ob­lie­gen­hei­ten wie­der­holt nicht nach­gekommen war. Hier­ge­gen hat­te der Leis­tungs­emp­fän­ger einst­wei­li­gen Rechts­schutz beim Sozi­al­ge­richt (SG) bean­tragt. Das SG hat­te dem Leistungs­empfänger Recht gege­ben und den Sank­ti­ons­be­scheid für vor­läu­fig nicht voll­ziehbar er­klärt.

Die­se Ent­schei­dung hat das LSG bestä­tigt, weil die Arge nicht zeit­gleich mit dem Sank­ti­ons­be­scheid dar­über ent­schie­den hat, ob stattdes­sen Sach­leis­tun­gen oder geld­wer­te Leis­tun­gen zu gewäh­ren sind, betont Henn.

Die­se zeit­gleiche Ent­scheidung sei erfor­der­lich, weil das phy­si­sche Existenz­minimum eines Hartz IV-Emp­fän­ger auch bei Sank­tio­nen im Blick zu behal­ten und der Leis­tungs­fall so unter Kon­trol­le zu hal­ten sei. Nach den gesetz­li­chen Vorga­ben kann die Arge unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen bei Sank­tio­nen statt der Geld­leis­tung u.a. Lebens­mit­tel­gut­schei­ne gewäh­ren; dies soll sie tun, wenn der Leis­tungs­emp­fän­ger mit min­der­jäh­ri­gen Kin­dern in Bedarfsgemein­schaft lebt. Nach der Ent­schei­dung des LSG muss die Arge regel­mä­ßig vor Ver­hän­gung einer Sank­ti­on klä­ren, ob die Gewäh­rung z.B. von Lebens­mit­tel­gut­schei­nen im kon­kre­ten Fall erfor­der­lich ist; der Leistungs­empfänger darf nicht dar­auf ver­wie­sen wer­den, dies nach­träg­lich bean­tra­gen zu kön­nen. Der Beschluss ist rechts­kräf­tig.

Henn emp­fahl, dies zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. — www.vdaa.de — ver­wies.    

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