(Stutt­gart) Das Land­ge­richt Han­no­ver hat soeben ent­schie­den, dass eine durch die NordLB aus­ge­spro­che­ne frist­lo­se Kün­di­gung des Dienst­ver­tra­ges eines ihrer Vor­stands­mit­glie­des im Jahr 2010 nicht wirk­sam gewe­sen sei.

Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VdAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart unter Hin­weis auf das Urteil des des Land­ge­richts (LG) Han­no­ver vom 07.03.2011 — 1 O 57/10.

Zur Begrün­dung, so Henn, hat die Kam­mer aus­ge­führt:

Die von der NordLB vor­ge­brach­ten Grün­de sei­en für eine frist­lo­se Kün­di­gung nicht aus­rei­chend. Als Pflicht­ver­stoß des ehe­ma­li­gen Vor­stands­mit­glie­des sei nur nach­ge­wie­sen, dass er dienst­li­che E‑Mails mit ver­trau­li­chem Inhalt unge­si­chert an sei­ne pri­va­te E‑Mail-Adres­se wei­ter­ge­lei­tet habe. Mit die­sem Ver­hal­ten habe er zwar gegen die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­re­geln der NordLB und gegen dienst­li­che Pflich­ten ver­sto­ßen. Dies allein rei­che für eine frist­lo­se Kün­di­gung aber noch nicht aus, so die Kam­mer. Viel­mehr müs­se noch eine Abwä­gung aller Umstän­de vor­ge­nom­men wer­den. Hier­bei sei zu beach­ten, dass der Klä­ger selb­stän­dig und ohne Auf­for­de­rung durch die NordLB das pflicht­wid­ri­ge Ver­hal­ten been­det habe, kon­kre­te Schä­den für die NordLB nicht bekannt sei­en und — ins­be­son­de­re — damals auch ande­re Vor­stands­mit­glie­der mit dem Klä­ger über des­sen pri­va­te E‑Mail-Adres­se kom­mu­ni­ziert hät­ten. Inso­weit stel­le sich der Pflicht­ver­stoß in der Abwä­gung nicht als so schwer­wie­gend dar, dass die schärfs­te mög­li­che Rechts­fol­ge — eine frist­lo­se Kün­di­gung — gerecht­fer­tigt sei.

Henn emp­fahl, dies zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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