(Stutt­gart) Das Hes­si­sche Lan­des­ar­beits­ge­richt hat soeben die Ansicht ver­tre­ten, dass das eigen­mäch­ti­ge Löschen von Daten von einem Benut­zer- Account im Betrieb den Arbeits­platz kos­ten kann.

Dar­auf ver­weist der Köl­ner Fach­an­walt für Arbeits­recht Frhr. Fenimo­re von Bre­dow, Vize­prä­si­dent des VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Hes­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) vom 7.03.2014 zu sei­nem Urteil vom 5. August 2013, Az. 7 Sa 1060/10.

Der Klä­ger des vor­lie­gen­den Rechts­streits war seit 1. Janu­ar 2009 bei der Beklag­ten, einem Unter­neh­men der EDV-Bran­che in Frank­furt, als Account-Mana­ger beschäf­tigt. Nach den Ermitt­lun­gen eines Sach­ver­stän­di­gen hat der Klä­ger am 29. Juni 2009 gegen 23:00 Uhr am 30. Juni 2009 zwi­schen 11:02 Uhr und 14:50 Uhr von sei­nem Benut­zer- Account im Betrieb ca. 80 eige­ne Datei­en gelöscht und wei­te­re 374 Objek­te, näm­lich 144 Kon­tak­te, 51 Emails, 167 Auf­ga­ben und 12 Ter­mi­ne. Hin­ter­grund waren lau­fen­de Ver­hand­lun­gen der Par­tei­en um die Abän­de­rung bzw. Auf­he­bung sei­nes Arbeits­ver­tra­ges. Am 1. Juli 2009 ent­deck­te die Arbeit­ge­be­rin die Löschun­gen und kün­dig­te dem Klä­ger frist­los, hilfs­wei­se ordent­lich zum 31. August 2009.

Das Arbeits­ge­richt hielt die Kün­di­gung nur als ordent­li­che Kün­di­gung für gerecht­fer­tigt. Das Hes­si­sche Lan­des­ar­beits­ge­richt, so von Bre­dow, war dage­gen der Ansicht, das Fehl­ver­hal­ten des Klä­gers recht­fer­ti­ge die frist­lo­se Kün­di­gung.

Die umfang­rei­che Daten­lö­schung am 29. und 30. Juni 2009 habe das Ver­trau­en in die Inte­gri­tät des Klä­gers voll­stän­dig zer­stört. Die Daten stün­den in der Ver­fü­gungs­macht des Arbeit­ge­bers. Eine eigen­mäch­ti­ge Löschung durch einen Arbeit­neh­mer mit den sich dar­aus erge­ben­den inter­nen Pro­ble­men und gegen­über Kun­den sei ein so erheb­li­cher Ver­stoß gegen selbst­ver­ständ­li­che Neben­pflich­ten aus dem Arbeits­ver­trag, dass die sofor­ti­ge Been­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses gerecht­fer­tigt sei.

Auch eine Abmah­nung, die in der Regel einer Kün­di­gung aus ver­hal­tens­be­ding­ten Grün­den vor­an­ge­hen muss, sei hier nicht not­wen­dig gewe­sen. Der Klä­ger habe genau gewusst, dass die Löschung der Daten von der Arbeit­ge­be­rin auf kei­nen Fall hin­ge­nom­men wer­den wür­de.

Das Hes­si­sche Lan­des­ar­beits­ge­richt hat die Revi­si­on zum Bun­des­ar­beits­ge­richt nicht zuge­las­sen.

Von Bre­dow emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen zum Arbeits­recht Rechts­rat in Anspruch zu neh­men, wobei er u. a. auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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Frhr. Fenimo­re von Bre­dow
Rechtsanwalt/Fachanwalt für Arbeits­recht
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