(Stutt­gart) Das Ver­lan­gen des Arbeit­ge­bers nach der Abga­be inhalt­lich stan­dar­di­sier­ter Erklä­run­gen, in denen sich Arbeit­neh­mer zum Still­schwei­gen über bestimm­te betrieb­li­che Vor­gän­ge ver­pflich­ten, unter­liegt nicht in jedem Fall der Mit­be­stim­mung des Betriebs­rats nach § 87 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG. (BAG AZ.: 1 ABR 87/07)

Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VdAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart unter Hin­weis auf einen Beschluss des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 10.03.2009.

Die­se kom­me in Betracht, wenn sich die Ver­schwie­gen­heits­pflicht auf das sog. Ord­nungs­ver­hal­ten der Arbeit­neh­mer bezieht und nicht schon gesetz­lich gere­gelt ist. Ein sog. Glo­bal­an­trag des Betriebs­rats, mit dem die­ser die Mit­be­stim­mungs­pflich­tig­keit jeg­li­chen Ver­lan­gens nach der Abga­be inhalt­lich gleich­lau­ten­der Schwei­ge­ver­pflich­tun­gen fest­ge­stellt wis­sen will, kön­ne kei­nen Erfolg haben. Er erfas­se auch Fäl­le, in denen sich die Schwei­ge­ver­pflich­tung auf das Arbeits­ver­hal­ten der Arbeit­neh­mer bezie­he oder bereits gesetz­li­che Schwei­ge­pflich­ten — etwa nach § 17 UWG — bestehen.

Der Ers­te Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richt habe des­halb, wie schon die Vor­in­stan­zen, den Antrag eines Betriebs­rats abge­wie­sen, mit dem die­ser die Fest­stel­lung begehr­te, dass er in sämt­li­chen Fäl­len mit­zu­be­stim­men habe, in denen der Arbeit­ge­ber von Arbeit­neh­mern den Abschluss for­mu­lar­mä­ßi­ger, stan­dar­di­sier­ter Ver­schwie­gen­heits­ver­ein­ba­run­gen ver­langt.

Henn emp­fahl, dies zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. — www.vdaa.de — ver­wies.   

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