(Stutt­gart) Nach Ablauf der Kla­ge­frist kann ein Arbeit­neh­mer gegen den Arbeit­ge­ber kei­ne Scha­dens­er­satz­an­sprü­che wegen ent­gan­ge­nem Arbeits­ent­geld mehr gel­tend machen.

Dar­auf ver­weist der Bre­mer Fach­an­walt für Arbeits­recht Klaus-Die­ter Fran­zen, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Bre­men” des VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V., unter Bezug auf ein soeben ver­öf­fent­lich­tes Urteil des Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) Mainz (Az.: 10 Sa 39/13).

Die Beklag­te betreibt meh­re­re Senio­ren­ein­rich­tun­gen. Die Klä­ge­rin schloss mit der Beklag­ten im Febru­ar 2011 einen schrift­li­chen Arbeits­ver­trag. Danach wur­de sie ab 01. September.2011 als Heim- und Ver­wal­tungs­lei­te­rin einer neu eröff­ne­ten Pfle­ge­ein­rich­tung zu einem Brut­to­mo­nats­ge­halt von € 5.500,00 ein­ge­stellt. Die Par­tei­en ver­ein­bar­ten eine Pro­be­zeit von 6 Mona­ten, in der das Arbeits­ver­hält­nis mit einer Frist von 14 Tagen gekün­digt wer­den kann.

Die Beklag­te kün­dig­te das Arbeits­ver­hält­nis mit Schrei­ben vom 09. Febru­ar 2012 zum 29. Febru­ar 2012. Gegen die­se Kün­di­gung hat die Klä­ge­rin kei­ne Kla­ge erho­ben. Mit ihrer Kla­ge ver­langt sie Scha­dens­er­satz wegen ent­gan­ge­nen Ver­diens­tes i.H.v. für die Mona­te März und April 2012 abzüg­lich des von ihr bezo­ge­nen Arbeits­lo­sen­gel­des. Sie behaup­te­te, dass der Geschäfts­füh­rer der Beklag­ten ihr vor Abschluss des schrift­li­chen Arbeits­ver­trags wie­der­holt zuge­si­chert habe, dass er „nie­mals von einer Kün­di­gung inner­halb der Pro­be­zeit Gebrauch machen wer­de”. Sie kön­ne sich „unbe­dingt dar­auf ver­las­sen”, dass eine Kün­di­gung inner­halb der Pro­be­zeit aus­ge­schlos­sen sei.

Die Main­zer Rich­ter wie­sen die Kla­ge ab, so Fran­zen.

Denn die Klä­ge­rin hat die Kün­di­gung nicht inner­halb der Drei­wo­chen­frist des § 4 Satz 1 KSchG gericht­lich ange­grif­fen. Aus die­sem Grund gilt die Kün­di­gung nach dem Gesetz als rechts­wirk­sam. Eine Arbeit­neh­me­rin, die — wie die Klä­ge­rin — gegen die Kün­di­gung kei­ne Kla­ge erho­ben hat, müs­se gegen sich gel­ten las­sen, dass die Kün­di­gung wirk­sam ist. Eine rechts­wirk­sa­me Kün­di­gung löse kei­ne Scha­dens­er­satz­pflich­ten des Kün­di­gen­den aus. Die Klä­ge­rin habe kein belie­bi­ges Wahl­recht zwi­schen der Gel­tend­ma­chung des Bestands­schut­zes und finan­zi­el­ler Ent­schä­di­gungs­leis­tun­gen in Form von Scha­dens­er­satz. Es gel­te gera­de nicht der Grund­satz „Dul­de und liqui­die­re”, son­dern dass eine Kün­di­gung inner­halb der Drei­wo­chen­frist gericht­lich ange­grif­fen wer­den muss.

Fran­zen emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen zum Arbeits­recht Rechts­rat in Anspruch zu neh­men, wobei er u. a. auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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