(Stutt­gart)  Aus der Kla­ge­schrift muss der Wil­le zur Erhe­bung einer Kün­di­gungs­schutz­kla­ge hin­rei­chend deut­lich her­vor­ge­hen. Die Dar­le­gung aller kla­ge­be­grün­den­den Tat­sa­chen, wie die Erfül­lung der War­te­zeit und die Betriebs­grö­ße, gehört nicht zur Zuläs­sig­keit der Kün­di­gungs­schutz­kla­ge, son­dern zur Schlüs­sig­keit des Sach­vor­trags.

Das, so der Bre­mer Fach­an­walt für Arbeits­recht und Gewerb­li­chen Rechts­schutz Klaus-Die­ter Fran­zen, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Bre­men” des VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V., hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt (BAG) in sei­ner Ent­schei­dung vom 18. Juli 2013 (Az.: 6 AZR 420/12) ent­schie­den.

Mit Schrei­ben vom 2. März 2010, wel­ches dem Klä­ger noch am sel­ben Tag zuging, kün­dig­te der Beklag­te  das Ver­trags­ver­hält­nis mit dem Klä­ger zum 30. April 2010. Am 23. März 2010 erhob der Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te des Klä­gers „wegen Kün­di­gungs­schut­zes” Kla­ge mit dem Antrag „fest­zu­stel­len, dass das Arbeits­ver­hält­nis der Par­tei­en durch
die Kün­di­gung vom 2. März 2010 nicht been­det ist”. Als Begrün­dung der Kla­ge führ­te er ledig­lich an, dass der Klä­ger Arbeit­neh­mer der Schuld­ne­rin sei und der Beklag­te als deren Insol­venz­ver­wal­ter das Arbeits­ver­hält­nis „per 2. März 2010” gekün­digt habe. Die Beklag­te rüg­te, dass die Kla­ge nicht  ord­nungs­ge­mäß erho­ben wur­de, da der Antrag zu unbe­stimmt sei. Außer­dem habe der Klä­ger nicht alle erfor­der­li­chen Anga­ben zur Anwen­dung des Kün­di­gungs­schutz­ge­set­zes gemacht.

Dem folg­te das Bun­des­ar­beits­ge­richt nicht.  Der Arbeit­neh­mer sei ledig­lich ver­pflich­tet, durch eine recht­zei­ti­ge Anru­fung des Arbeits­ge­richts sei­nen Wil­len, sich gegen die Wirk­sam­keit einer Kün­di­gung zu weh­ren, genü­gend klar zum Aus­druck zu brin­gen. Es genü­ge, dass aus der Kla­ge ersicht­lich ist, gegen wen sie sich rich­tet, wo der Klä­ger tätig war und vor allem, dass er sei­ne Kün­di­gung nicht als berech­tigt aner­ken­nen wol­le. Die­sen Anfor­de­run­gen sei die Kla­ge­schrift gerecht gewor­den. Die Dar­le­gung aller
kla­ge­be­grün­den­den Tat­sa­chen, wie die Erfül­lung der kün­di­gungs­schutz­recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen gehö­re auch nicht zur Zuläs­sig­keit der Kün­di­gungs­schutz­kla­ge,
son­dern zur Schlüs­sig­keit des Sach­vor­trags. Danach wird die Kün­di­gungs­schutz­kla­ge auch dann ord­nungs­ge­mäß erho­ben, wenn die Kla­ge­schrift kei­ne Anga­ben zur Beschäf­ti­gungs­sau­er und Betriebs­grö­ße ent­hält.

Das Gericht stellt in die­ser Ent­schei­dung noch ein­mal klar, dass es kei­ne stren­gen Anfor­de­run­gen an die Vor­aus­set­zun­gen für die ord­nungs­ge­mä­ße Erhe­bung einer Kün­di­gungs­schutz­kla­ge stellt.

Bereits in sei­ner Ent­schei­dung vom 13. Dezem­ber 2007 (NZA 2008, 589) hat­te der 2. Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts ent­schie­den, dass die Kla­ge­schrift nicht ein­mal mit einem Kla­ge­an­trag ver­se­hen sein muss. Danach müs­se der Antrag einer  Kün­di­gungs­schutz­kla­ge auf die Fest­stel­lung gerich­tet sein. Aller­dings rei­che es aus, wenn sich aus der Kla­ge­schrift ein­schließ­lich der bei­gefüg­ten Unter­la­gen ein Antrag ablei­ten lässt, sich gegen die Been­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses durch eine kon­kre­te Kün­di­gung rich­te. Das gel­te selbst dann, wenn die Kla­ge­schrift von einem Fach­an­walt für Arbeits­recht ver­fasst wer­de.

Fran­zen emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen zum Arbeits­recht Rechts­rat in Anspruch zu neh­men, wobei er u. a. auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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