(Stutt­gart) Ein Pro­fi­fuß­bal­ler ist ein wei­sungs­ge­bun­de­ner Arbeit­neh­mer und kann die zum Schutz Arbeits­su­chen­der gel­ten­de Bestim­mung des § 297 Nr. 4 SGB III für sich in Anspruch neh­men. Danach sind Ver­ein­ba­run­gen unwirk­sam, die sicher­stel­len sol­len, dass ein Arbeits­su­chen­der sich aus­schließ­lich eines bestimm­ten Ver­mitt­lers bedient.

Mit die­ser Begrün­dung, so der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VdAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, hat der 12. Zivil­se­nat des Ober­lan­des­ge­richts (OLG)  Hamm in einem am 05.02.2010 ver­öf­fent­lich­ten Urteil vom 08.01.2010, Az.: 12 U 124/09, eine gegen einen Pro­fi­fuß­bal­ler aus dem Ruhr­ge­biet gerich­te­te Scha­dens­er­satz­kla­ge abge­wie­sen.

Die kla­gen­de Fir­ma hat­te mit dem Pro­fi­fuß­bal­ler einen befris­te­ten Bera­ter­ver­trag abge­schlos­sen, wonach er sich aus­schließ­lich von die­ser Fir­ma bera­ten und unter­stüt­zen las­sen soll­te. Die­sen Bera­ter­ver­trag kün­dig­te der Fuß­bal­ler und ver­län­ger­te unter Inan­spruch­nah­me von frem­den Bera­tungs­leis­tun­gen sei­nen bis­he­ri­gen mit einem Bun­des­li­gis­ten aus dem Revier bestehen­den Spie­ler­ver­trag. Die­ses Ver­hal­ten sah die Klä­ge­rin als Ver­trags­ver­let­zung an und ver­lang­te Scha­dens­er­satz von zuletzt mehr als 70.000 Euro.

Die 8. Zivil­kam­mer des Land­ge­richts Bochum (8 O 511/08) hat­te die­se Scha­dens­er­satz­kla­ge abge­wie­sen, die Ent­schei­dung hat der 12. Zivil­se­nat nun in zwei­ter Instanz bestä­tigt, so Henn.

Der Senat hat aus­ge­führt, dass kein Ver­stoß gegen die Exklu­si­vi­täts­ver­ein­ba­rung vor­lie­ge, da die­se Klau­sel unwirk­sam sei. Ein Pro­fi­fuß­bal­ler sei wei­sungs­ge­bun­de­ner Arbeit­neh­mer und kön­ne die zum Schutz Arbeits­su­chen­der gel­ten­de Bestim­mung des § 297 Nr. 4 SGB III für sich in Anspruch neh­men. Danach sei­en Ver­ein­ba­run­gen unwirk­sam, die sicher­stel­len sol­len, dass ein Arbeits­su­chen­der sich aus­schließ­lich eines bestimm­ten Ver­mitt­lers bedie­ne.

Henn emp­fahl, dies zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. — www.vdaa.de — ver­wies.    

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