1. Bil­det ein zur Anwen­dung von § 4.4 MTV Metall- und Elek­tro­in­dus­trie Nordwürttemberg/Nordbaden ver­pflich­te­ter Arbeit­ge­ber im Rah­men eines grö­ße­ren Per­so­nal­ab­baus Alters­grup­pen, ist es grund­sätz­lich nicht zu bean­stan­den, wenn der Kreis der durch § 4.4. MTV geschütz­ten Arbeit­neh­mer nicht zur Sozi­al­aus­wahl und folg­lich auch nicht als Alters­grup­pe für die Sozi­al­aus­wahl berück­sich­tigt wird.

2. Gehö­ren dem durch § 4.4 MTV geschütz­ten Per­so­nen­kreis jedoch auch evi­dent weni­ger schutz­wür­di­ge Arbeit­neh­mer an und ist damit die Anwen­dungs­gren­ze der Tarif­norm über­schrit­ten (BAG 20. Juni 2013 — 2 AZR 295/12 — BAGE 145,296), darf jeden­falls der Kreis die­ser Arbeit­neh­mer nicht bei einer Alters­grup­pen­bil­dung unbe­rück­sich­tigt blei­ben. Eine Alters­grup­pen­bil­dung ohne Ein­be­zie­hung die­ses Per­so­nen­krei­ses ist unwirk­sam und damit hin­fäl­lig.

3. Ist die vor­ge­nom­me­ne Alters­grup­pen­bil­dung hin­fäl­lig, ist allein § 1 Abs. 3 Satz 1 KSchG Prü­fungs­maß­stab für die vor­ge­nom­me­ne Sozi­al­aus­wahl.

4. Erge­ben sich bereits aus dem Tat­sa­chen­vor­trag des Arbeit­ge­bers sämt­li­che Sozi­al­da­ten des maß­geb­li­chen aus­wahl­re­le­van­ten Per­so­nen­krei­ses, lie­gen dem Gericht alle Tat­sa­chen vor, um die Sozi­al­aus­wahl anhand von § 1 Abs. 3 KSchG beur­tei­len zu kön­nen. Es bedarf in die­sem Fall nicht eines wei­te­ren Vor­trags des Arbeit­neh­mers bzw. eines Sich­be­ru­fens des Arbeit­neh­mers auf einen oder meh­re­re für weni­ger schutz­wür­dig gehaltene(n) Arbeit­neh­mer.

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