(Stutt­gart) Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat soeben über eine Stu­fen­zu­ord­nung nach Her­ab­grup­pie­rung bei indi­vi­du­el­ler End­stu­fe im Bereich des TV‑L ent­schie­den.

Dar­auf ver­weist der Köl­ner Fach­an­walt für Arbeits­recht Frhr. Fenimo­re von Bre­dow, Vize­prä­si­dent des VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) zu sei­nem Urteil vom 3. Juli 2014 — 6 AZR 753/12.

Bei vor dem 1. Novem­ber 2008 erfolg­ten Her­ab­grup­pie­run­gen wur­de die Stu­fen­zu­ord­nung durch § 6 Abs. 2 Satz 3 TVÜ-Län­der gere­gelt. Für spä­te­re Her­ab­grup­pie­run­gen gilt § 17 Abs. 4 Satz 4 TV‑L. Nach die­ser Bestim­mung ist die oder der Beschäf­tig­te auch im Fall der Her­ab­grup­pie­rung aus einer indi­vi­du­el­len End­stu­fe höchs­tens der End­stu­fe der nied­ri­ge­ren Ent­gelt­grup­pe zuzu­ord­nen.

Soll­ten die Tarif­ver­trags­par­tei­en bewusst kei­ne Rege­lung zur Abmil­de­rung des Ver­lus­tes einer indi­vi­du­el­len End­stu­fe getrof­fen haben, wür­de dies nicht gegen Art. 3 Abs. 1 GG ver­sto­ßen. Soll­te § 17 Abs. 4 Satz 4 TV‑L hin­ge­gen bezüg­lich der Berück­sich­ti­gung einer indi­vi­du­el­len End­stu­fe eine unbe­wuss­te Rege­lungs­lü­cke ent­hal­ten, könn­te die­se nicht durch die ana­lo­ge Anwen­dung des § 6 Abs. 2 Satz 3 TVÜ-Län­der geschlos­sen wer­den. Eine tarif­li­che Rege­lung wäre viel­mehr wegen meh­re­rer Mög­lich­kei­ten der Lücken­schlie­ßung den Tarif­ver­trags­par­tei­en vor­be­hal­ten.

Die Klä­ge­rin ist bei dem beklag­ten Land als Leh­re­rin und stän­di­ge Ver­tre­te­rin des Schul­lei­ters beschäf­tigt. Sie war in die Ver­gü­tungs­grup­pe Ib BAT‑O ein­grup­piert. Nach der Über­lei­tung in den TV‑L ergab sich eine Ein­grup­pie­rung in die Ent­gelt­grup­pe 14 TV‑L. Da das Ver­gleichs­ent­gelt der Klä­ge­rin die höchs­te Ent­gelt­stu­fe über­stieg, wur­de sie einer indi­vi­du­el­len End­stu­fe zuge­ord­net. Auf­grund eines Rück­gangs der Schü­ler­zah­len wur­de die Klä­ge­rin ab dem 1. Juli 2010 in die Ent­gelt­grup­pe 13 TV‑L her­ab­grup­piert und der regu­lä­ren End­stu­fe 5 zuge­ord­net. Die Klä­ge­rin meint, anhand einer fik­ti­ven Über­lei­tung müs­se ent­spre­chend § 6 Abs. 2 Satz 3 TVÜ-Län­der eine neue indi­vi­du­el­le End­stu­fe errech­net wer­den, wel­che für ihre Ver­gü­tung maß­geb­lich sei.

Die Vor­in­stan­zen haben die Kla­ge abge­wie­sen. Die Revi­si­on hat­te vor dem Sechs­ten Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts man­gels Anwend­bar­keit des § 6 Abs. 2 Satz 3 TVÜ-Län­der kei­nen Erfolg.

Von Bre­dow emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen zum Arbeits­recht Rechts­rat in Anspruch zu neh­men, wobei er u. a. auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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Frhr. Fenimo­re von Bre­dow
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