(Stutt­gart) Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat soeben über eine Stu­fen­zu­ord­nung nach dem TVöD bei einer Höher­grup­pie­rung im Anschluss an eine vor­über­ge­hen­de Über­tra­gung der höher­wer­ti­gen Tätig­keit ent­schie­den.

Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VDAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ar­beits­ge­richts vom 4.07.2014 zu sei­nem Urteil vom sel­ben Tage, Az. 6 AZR 1067/12.

Nach § 17 Abs. 4 Satz 4 TVöD-AT beginnt bei einer Höher­grup­pie­rung die Stu­fen­lauf­zeit in der höhe­ren Ent­gelt­grup­pe erst mit dem Tag der Höher­grup­pie­rung. Die vor­her zurück­ge­leg­ten Zei­ten wer­den auf die­se Stu­fen­lauf­zeit auch dann nicht ange­rech­net, wenn vor der Höher­grup­pie­rung die­sel­be Tätig­keit vor­über­ge­hend ver­rich­tet und des­halb mit einer per­sön­li­chen Zula­ge gemäß § 14 TVöD-AT ver­gü­tet wur­de. Die Zula­ge fin­det auch kei­ne Berück­sich­ti­gung bei der Stu­fen­zu­ord­nung nach § 17 Abs. 4 Satz 1 TVöD-AT. Die­se knüpft aus­drück­lich nur an das bis­he­ri­ge Tabel­len­en­t­gelt iSd. § 15 TVöD-AT und nicht an die bis­he­ri­ge Gesamt­ver­gü­tung an.

Der Klä­ger wur­de seit dem 1. Janu­ar 2005 als Arbeits­ver­mitt­ler in einer ARGE ein­ge­setzt und zum 1. Okto­ber 2005 in die Ent­gelt­grup­pe 8 TVöD (VKA) über­ge­lei­tet. Da die Tätig­keit eines Arbeits­ver­mitt­lers der Ent­gelt­grup­pe 9 TVöD (VKA) zuzu­ord­nen ist, erhielt der Klä­ger eine Zula­ge nach § 14 Abs. 3 Satz 2 TVöD-AT. Ab dem 1. Janu­ar 2011 wur­de ihm die Tätig­keit eines Arbeits­ver­mitt­lers dau­er­haft über­tra­gen und Ver­gü­tung nach Ent­gelt­grup­pe 9 Stu­fe 3 TVöD (VKA) geleis­tet. Der Klä­ger will ab die­sem Zeit­punkt nach Stu­fe 4 der Ent­gelt­grup­pe 9 TVöD (VKA) ver­gü­tet wer­den. Bei der Stu­fen­lauf­zeit müs­se berück­sich­tigt wer­den, dass er bereits seit dem 1. Janu­ar 2005 als Arbeits­ver­mitt­ler gear­bei­tet habe.

Die Vor­in­stan­zen haben die Kla­ge abge­wie­sen. Die Revi­si­on des Klä­gers hat­te vor dem Sechs­ten Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts kei­nen Erfolg. Die von dem Klä­ger in Anspruch genom­me­ne Rege­lung des § 17 Abs. 3 Satz 1 Buchst. f) TVöD-AT, wonach Zei­ten der vor­über­ge­hen­den Über­tra­gung einer höher­wer­ti­gen Tätig­keit den Zei­ten einer unun­ter­bro­che­nen Tätig­keit iSd. § 16 Abs. 3 Satz 1 TVöD (VKA) gleich­ste­hen, betrifft nur die Stu­fen­lauf­zeit in der nied­ri­ge­ren Ent­gelt­grup­pe.

Henn emp­fahl, die Ent­schei­dung zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Micha­el Henn
Rechts­an­walt
Fach­an­walt für Erbrecht
Fach­an­walt für Arbeits­recht
VDAA – Prä­si­dent
Rechts­an­wäl­te Dr. Gaupp & Coll.
Theo­dor-Heuss-Str. 11
70174 Stutt­gart
Tel.: 0711/30 58 93–0
Fax: 0711/30 58 93–11
stuttgart@drgaupp.de
www.drgaupp.de