(Stutt­gart) Zeich­net der Vor­stands­vor­sit­zen­de eines Ver­eins die ihm von einem lei­ten­den Mit­ar­bei­ter vor­ge­leg­te Lis­te der von ihm geleis­te­ten Über­stun­den per­sön­lich mit dem Ver­merk “o.k.” ab, bestä­tigt er damit für den Arbeit­ge­ber deren sach­li­che Rich­tig­keit. Der Ver­ein muss sich die­se Erklä­rung sei­nes Vor­sit­zen­den unab­hän­gig davon zurech­nen las­sen, ob die­ser die Lis­te zuvor geprüft hat.

Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VdAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart unter Hin­weis auf ein Urteil des Lan­des­ar­beits­ge­richts Köln vom 1.4.2009, Az: 3 Sa 105/08.

In dem Fall strit­ten die Par­tei­en um die Abwick­lung eines Arbeits­ver­tra­ges. Der Vor­stands­vor­sit­zen­de eines Ver­eins hat­te dem Klä­ger im Lau­fe von zwei Jah­ren mehr als 1.000 Über­stun­den dadurch abge­zeich­net, dass er die vor­ge­leg­ten Über­stun­den­lis­ten per­sön­lich jeweils „sei­ten­wei­se” mit dem Ver­merk “o.k.” bestä­tigt hat­te.

Das LAG Köln bestä­tig­te nun die Zah­lungs­ver­pflich­tung des Ver­eins, betont Henn.

Hier­bei habe LAG Köln ins­be­son­de­re auch dar­auf ver­wie­sen, dass es uner­heb­lich sei, ob der inso­weit allein han­deln­de Vor­stands­vor­sit­zen­den dazu rechts­ge­schäft­lich über­haupt die erfor­der­li­che Ver­tre­tungs­macht besaß. Der Ver­ein müs­se sich die Erklä­rung sei­nes Vor­stands­vor­sit­zen­den zurech­nen las­sen und ggfs. im Wege des Regres­ses gegen die­sen vor­ge­hen, wenn die­se Abzeich­nun­gen nicht rech­tens gewe­sen sein soll­ten.

Henn emp­fahl drin­gend, das Urteil zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. — www.vdaa.de — ver­wies.   

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