(Stutt­gart) In Pri­vat­be­trie­ben ein­ge­setz­te Arbeit­neh­mer des öffent­li­chen Diens­tes zäh­len bei den Schwel­len­wer­ten der orga­ni­sa­to­ri­schen Vor­schrif­ten des Betriebs­ver­fas­sungs­ge­set­zes (BetrVG) mit.

Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VdAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) vom 15.12.2011 zu sei­nem Beschluss vom sel­ben Tage, Az.: 7 ABR 65/10.

Nach § 5 Abs. 1 Satz 1 BetrVG sind Arbeit­neh­mer im Sinn die­ses Geset­zes Arbei­ter und Ange­stell­te ein­schließ­lich der zu ihrer Berufs­aus­bil­dung Beschäf­tig­ten. Als Arbeit­neh­mer gel­ten nach § 5 Abs. 1 Satz 3 BetrVG — ua. — auch Beam­te, Sol­da­ten sowie Arbeit­neh­mer des öffent­li­chen Diens­tes, die in Betrie­ben pri­vat­recht­lich orga­ni­sier­ter Unter­neh­men tätig sind. Sie sind jeden­falls bei den orga­ni­sa­to­ri­schen Bestim­mun­gen des BetrVG zu berück­sich­ti­gen, die auf die Anzahl der Arbeit­neh­mer des Betriebs abstel­len. § 38 Abs. 1 BetrVG regelt die Zahl der in einem Betrieb min­des­tens frei­zu­stel­len­den Betriebs­rats­mit­glie­der und knüpft hier­zu an die Betriebs­grö­ße an. In Betrie­ben mit in der Regel 901 bis 1.500 Arbeit­neh­mern sind min­des­tens drei Betriebs­rats­mit­glie­der frei­zu­stel­len. Bei der Beleg­schafts­grö­ße zäh­len die in § 5 Abs. 1 Satz 3 BetrVG genann­ten Per­so­nen mit.

Der Betriebs­rat eines pri­vat­recht­lich orga­ni­sier­ten Ser­vice­un­ter­neh­mens hat — über die unstrei­ti­gen zwei Frei­stel­lun­gen hin­aus — die Frei­stel­lung eines drit­ten Betriebs­rats­mit­glieds ver­langt. Die Arbeit­ge­be­rin beschäf­tigt ca. 750 eige­ne Arbeit­neh­mer. Dane­ben setzt sie auf der Grund­la­ge eines Per­so­nal­ge­stel­lungs­ver­trags ca. 460 Ver­trags­ar­beit­neh­mer eines Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums ein, für das sie ver­schie­de­ne Dienst­leis­tun­gen erbringt. Das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum ist eine Anstalt des öffent­li­chen Rechts.

Der Antrag des Betriebs­rats hat­te — wie schon in den Vor­in­stan­zen — vor dem Sieb­ten Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts Erfolg, so Henn.

Bei der Betriebs­grö­ße, die für die Min­dest­zahl der frei­zu­stel­len­den Betriebs­rats­mit­glie­der maß­geb­lich ist, sind die der Arbeit­ge­be­rin vom Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum gestell­ten Arbeit­neh­mer zu berück­sich­ti­gen. Der für die Frei­stel­lung eines drit­ten Betriebs­rats­mit­glieds maß­geb­li­che Schwel­len­wert von 901 Arbeit­neh­mern ist daher über­schrit­ten.

Henn emp­fahl, die Ent­schei­dung zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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