(Stutt­gart) Wenn der Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te einer Par­tei unvor­her­ge­se­hen erkrankt und eine anwalt­li­che Ver­tre­tung der Par­tei in dem Ter­min zur münd­li­chen Ver­hand­lung nicht gewähr­leis­tet ist, ist dem Antrag auf Ter­min­ver­le­gung statt­zu­ge­ben.

Dar­auf ver­weist der Frank­fur­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Peter Kre­bühl, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Hes­sen“ des VdAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart,  unter Hin­weis auf einen Beschluss des Hes­si­schen Lan­des­ar­beits­ge­richts (LAG) vom 28.01.2010, Az. 4 Ta 24/10. 

In einem erst­in­stanz­li­chen Kla­ge­ver­fah­ren vor dem Arbeits­ge­richt Frank­furt wur­de die ver­trags­ge­mä­ße Beschäf­ti­gung des Klä­gers gel­tend gemacht. Den für den 17.11.2009, 11:30 Uhr ange­setz­ten Kam­mer­ter­min konn­te der Rechts­an­walt des Klä­gers nicht wahr­neh­men: Über­ra­schend war er in der Nacht vom 16. auf den 17.11.2009 am A/H1­NI-Virus erkrankt. Die Ter­min­wahr­neh­mung war also im wohl­ver­stan­de­nen Eigen­in­ter­es­se als auch im Inter­es­se der wei­te­ren Betei­lig­ten nicht ange­zeigt. Gleich am Mor­gen des 17.11.2009 ließ der erkrank­te Rechts­an­walt die Beklag­te über deren Rechts­an­walt sowie das Gericht von der über­ra­schen­den Erkran­kung infor­mie­ren und bean­trag­te eine Ter­min­ver­le­gung. Sämt­li­che Kol­le­gen des erkrank­ten Rechts­an­walts waren durch ander­wei­ti­ge Ter­mi­ne gebun­den, konn­ten den Kam­mer­ter­min des­halb auch nicht ersatz­wei­se wahr­neh­men. Dem Klä­ger ließ der erkrank­te Rechts­an­walt mit­tei­len, er müs­se trotz der Anord­nung des per­sön­li­chen Erschei­nens nicht zum Ter­min kom­men, da er kei­ne anwalt­li­che Ver­tre­tung habe. 

Das Arbeits­ge­richt Frank­furt beschloss am 23.12.2009, dass der Klä­ger trotz der Erkran­kung sei­nes Anwalts auch ohne anwalt­li­che Beglei­tung vor Gericht hät­te erschei­nen müs­sen. Es argu­men­tier­te, durch sein Erschei­nen hät­te der wei­te­re Ver­fah­rens­ab­lauf abge­kürzt wer­den kön­nen. Das Arbeits­ge­richt setz­te gegen den Klä­ger ein Ord­nungs­geld in Höhe von 250,00 Euro wegen des Nicht­er­schei­nens vor Gericht fest. 

Völ­lig zu Recht hob das Hes­si­sche Lan­des­ar­beits­ge­richt die­sen Beschluss nun auf, so betont der selbst von dem Fall betrof­fe­ne Rechts­an­walt Kre­bühl. 

Der Klä­ger muss­te wegen Ver­hin­de­rung sei­nes Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten im Ter­min vom 17.11.2009 nicht erschei­nen. Wenn der Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te einer Par­tei unvor­her­ge­se­hen erkrankt und eine anwalt­li­che Ver­tre­tung der Par­tei in dem Ter­min zur münd­li­chen Ver­hand­lung nicht gewähr­leis­tet ist, ist dem Antrag auf Ter­min­ver­le­gung statt­zu­ge­ben. Ande­ren­falls wäre der Anspruch der Par­tei auf recht­li­ches Gehör nicht mehr gewahrt. Die Par­tei muss sich nicht auf eine Ver­hand­lung ohne anwalt­li­che Ver­tre­tung ein­las­sen.

Kre­bühl emp­fahl, dies zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.  

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Peter Kre­bühl
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