Der Zehn­te Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts hat gemäß § 45 Abs. 3 Satz 1 ArbGG bei des­sem Fünf­ten Senat ange­fragt, ob die­ser an sei­ner Rechts­auf­fas­sung zur Ver­bind­lich­keit von Wei­sun­gen des Arbeit­ge­bers im Anwen­dungs­be­reich des § 106 GewO fest­hält. Der Fünf­te Senat hat­te bis­her ange­nom­men, dass sich ein Arbeit­neh­mer über eine unbil­li­ge Aus­übung des Wei­sungs­rechts — sofern sie nicht aus ande­ren Grün­den unwirk­sam sei — nicht hin­weg­set­zen dür­fe, son­dern ent­spre­chend § 315 Abs. 3 Satz 2 BGB die Gerich­te für Arbeits­sa­chen anru­fen müs­se. Wegen der das Arbeits­ver­hält­nis prä­gen­den Wei­sungs­ge­bun­den­heit sei der Arbeit­neh­mer an die durch die Aus­übung des Wei­sungs­rechts erfolg­te Kon­kre­ti­sie­rung ua. des Inhalts der Arbeits­leis­tung vor­läu­fig gebun­den, bis durch ein rechts­kräf­ti­ges Urteil die Unver­bind­lich­keit der Leis­tungs­be­stim­mung fest­ste­he (BAG 22. Febru­ar 2012 — 5 AZR 249/11 — Rn. 24, BAGE 141, 34).

Der Fünf­te Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts hat auf die Anfra­ge mit­ge­teilt, dass er an die­ser Rechts­auf­fas­sung nicht mehr fest­hält.

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