(Stutt­gart) Eine Fest­stel­lungs­kla­ge, die ledig­lich ein­zel­ne Ele­men­te eines zwi­schen den Par­tei­en bestehen­den Rechts­ver­hält­nis­ses zum Inhalt hat, ist dann unzu­läs­sig, wenn durch eine Ent­schei­dung der Streit zwi­schen den Par­tei­en nicht abschlie­ßend geklärt wer­den kann, weil nur recht­li­che Vor­fra­gen zur Ent­schei­dung gestellt wor­den sind.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Fach­an­walt für Arbeits­recht Jens Klar­mann, Vize­prä­si­dent des VdAA  — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart unter Hin­weis auf das Urteil des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) vom 21.04.2010, Az.: 4 AZR 755/08.

Die Klä­ge­rin und die bei­den Klä­ger waren ursprüng­lich bei einem Arbeit­ge­ber beschäf­tigt, der auf­grund sei­ner Mit­glied­schaft im Arbeit­ge­ber­ver­band an die Tarif­ver­trä­ge der Metall­in­dus­trie Nord­rhein-West­fa­lens gebun­den war.

Nach Abschluss des Ent­gelt­rah­men­ab­kom­mens (ERA), des Tarif­ver­tra­ges zur Ein­füh­rung des Ent­gelt­rah­men­ab­kom­mens (ERA-ETV) und des Tarif­ver­tra­ges ERA-Anpas­sungs­fonds (TV ERA-APF) gin­gen die Arbeits­ver­hält­nis­se der kla­gen­den Par­tei­en am 15. Sep­tem­ber 2004 infol­ge Ver­schmel­zung auf die nicht tarif­ge­bun­de­ne Beklag­te über. Der ERA-ETV sieht ab dem 1. März 2003 eine vier­jäh­ri­ge Ein­füh­rungs­pha­se vor; ab dem 1. März 2009 gilt das ERA ver­bind­lich für alle Betrie­be. Der TV ERA-APF ord­net an, dass ab dem 1. März 2006 bis zur ver­bind­li­chen betrieb­li­chen Ein­füh­rung des ERA eine Struk­tur­kom­po­nen­te zu zah­len ist. Wei­ter­hin ist dort gere­gelt, dass inso­weit „Aus­zah­lungs­zeit­punk­te, die aktu­el­le Bezugs­ba­sis und ggf. wei­te­re Ein­zel­hei­ten auf Basis der Ergeb­nis­se der Ent­gel­t­ab­kom­men 2006“ gere­gelt wer­den. Die Klä­ge­rin und die Klä­ger ver­lan­gen mit ihren Kla­gen die Fest­stel­lung, dass die Beklag­te zur Zah­lung der Struk­tur­kom­po­nen­te nach dem TV ERA-APF ver­pflich­tet ist.

Die Revi­si­on der Beklag­ten gegen das statt­ge­ben­de Urteil des Lan­des­ar­beits­ar­beits­ge­richts war vor dem Vier­ten Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts erfolg­reich, so Klar­mann.

Ob die Beklag­te zur Zah­lung der soge­nann­ten ERA-Struk­tur­kom­po­nen­te ver­pflich­tet ist, hat­te der Senat nicht zu ent­schei­den. Die Kla­gen waren unzu­läs­sig, weil es bereits am erfor­der­li­chen Fest­stel­lungs­in­ter­es­se fehl­te. Durch ein statt­ge­ben­des Urteil wür­de nicht die wei­te­re, zwi­schen den Par­tei­en umstrit­te­ne Fra­ge geklärt, wie die Struk­tur­kom­po­nen­te im Fal­le einer Ver­pflich­tung zu berech­nen ist und wann ihre Fäl­lig­keit ein­tritt. Dies ist durch den Tarif­ver­trag ERA-APF, der allein Gegen­stand des Fest­stel­lungs­an­tra­ges war, nicht gere­gelt. Auf­grund des Vor­brin­gens der kla­gen­den Par­tei­en schied auch eine Aus­le­gung der Fest­stel­lungs­an­trä­ge durch den Senat aus, die den Anfor­de­run­gen an das erfor­der­li­che Fest­stel­lungs­in­ter­es­se genü­gen wür­de.

Klar­mann emp­fahl, dies zu beach­ten sowie in Zwei­fels­fäl­len um Rechts­rat nach­zu­su­chen, wobei er u. a. dazu auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.    

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