(Stutt­gart) Das Bun­des­ar­beits­ge­richt hat am 14. Juli 2010 ent­schie­den, dass die Zuord­nung frü­he­rer Mit­ar­bei­ter der Ver­sor­gungs­äm­ter in Nord­rhein-West­fa­len nach deren Auf­lö­sung an ande­re Dienst­stel­len recht­mä­ßig war.

Dar­auf ver­weist der Köl­ner Fach­an­walt für Arbeits­recht Frhr. Fenimo­re von Bre­dow, Lei­ter des Fach­aus­schus­ses „Beson­de­re Arten von Arbeits­ver­hält­nis­sen“ des VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf das Urteil des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) vom 14. Juli 2010 — 10 AZR 21/09.

Durch Gesetz vom 21. Novem­ber 2007 glie­der­te das Land Nord­rhein-West­fa­len die Ver­sor­gungs­ver­wal­tung in die all­ge­mei­ne Ver­wal­tung ein und lös­te die Ver­sor­gungs­äm­ter zum 1. Janu­ar 2008 auf. Die Auf­ga­ben der Ver­sor­gungs­äm­ter (z. B. nach dem Schwer­be­hin­der­ten­recht oder dem Bun­des­el­tern­geld- und Eltern­zeit­ge­setz) wur­den auf Krei­se und kreis­freie Städ­te, Land­schafts­ver­bän­de und Bezirks­re­gie­run­gen über­tra­gen. Die bei den Ver­sor­gungs­äm­tern beschäf­tig­ten Arbeit­neh­mer wur­den im Wege eines sog. Zuord­nungs­plans unter Berück­sich­ti­gung sozia­ler Kri­te­ri­en und dienst­li­cher Belan­ge auf die neu­en Auf­ga­ben­trä­ger ver­teilt. Soweit es sich dabei nicht um Lan­des­be­hör­den han­delt, wur­den die Arbeit­neh­mer den Kom­mu­nen und Land­schafts­ver­bän­den im Wege der sog. Per­so­nal­ge­stel­lung zur Ver­fü­gung gestellt. Dabei blie­ben die Arbeits­ver­hält­nis­se mit dem beklag­ten Land bestehen.

Die Klä­ge­rin war lang­jäh­rig beim Ver­sor­gungs­amt Gel­sen­kir­chen im Assis­tenz­dienst beschäf­tigt. Ab 1. Janu­ar 2008 wur­de sie dem Land­schafts­ver­band West­fa­len-Lip­pe in Müns­ter zuge­ord­net. Die ein­fa­che Ent­fer­nung zwi­schen Gel­sen­kir­chen und Müns­ter beträgt 83 km. Die Klä­ge­rin hat die Rechts­un­wirk­sam­keit der per­so­nel­len Maß­nah­me gel­tend gemacht und ins­be­son­de­re die Auf­fas­sung ver­tre­ten, dass sozia­le Kri­te­ri­en nicht genü­gend berück­sich­tigt wor­den sei­en. Die wei­te Ent­fer­nung zum Arbeits­platz sei ihr unzu­mut­bar.

Das Arbeits­ge­richt hat der Kla­ge statt­ge­ge­ben, das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat sie abge­wie­sen. Die Revi­si­on der Klä­ge­rin blieb vor dem Zehn­ten Senat erfolg­los, so von Bre­dow.

Das beklag­te Land durf­te durch Gesetz eine Per­so­nal­ge­stel­lung an ande­re öffent­li­che Arbeit­ge­ber vor­se­hen. Die­se Rege­lung ver­stößt nicht gegen höher­ran­gi­ges Recht. Die vom Land bei der Zuord­nung der Beschäf­tig­ten berück­sich­tig­ten sozia­len Kri­te­ri­en und ihre Gewich­tung sowie die Zuord­nung der Klä­ge­rin im Ein­zel­fall sind nicht zu bean­stan­den. 

Hin­weis des BAG: Dem Senat lagen am 14. Juli 2010 drei wei­te­re Ver­fah­ren mit ähn­li­chen Fra­ge­stel­lun­gen zur Ent­schei­dung vor. In zwei Ver­fah­ren blieb die Revi­si­on eben­falls erfolg­los (10 AZR 84/09 und 10 AZR 182/09); in dem Ver­fah­ren 10 AZR 254/09 haben die Par­tei­en auf­grund der beson­de­ren Umstän­de des Ein­zel­falls einen Ver­gleich geschlos­sen.

Von Bre­dow emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen zum Arbeits­recht Rechts­rat in Anspruch zu neh­men, wobei er u. a. auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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