(Stutt­gart) Auch Wehr­pflich­ti­ge, die eine schu­li­sche Aus­bil­dung auf dem zwei­ten Bil­dungs­weg begon­nen haben, sind vom Wehr­dienst zurück­zu­stel­len.

Dies, so der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VdAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, hat die 1. Kam­mer des Ver­wal­tungs­ge­richts (VG) Trier in einem Eil­ver­fah­ren in einem am 29. März 2010 ver­öf­fent­lich­ten Beschluss vom 22. März 2010, Az: 1 L 87/10.TR, ent­schie­den.

Der Antrag­stel­ler hat­te nach Erlan­gung des qua­li­fi­zier­ten Sekun­darab­schlus­ses I im August 2009 einen auf vier Jah­re ange­leg­ten Schul­be­such an der Berufs­bil­den­den Schu­le für Wirt­schaft Trier, der zu einem der Fach­hoch­schul­rei­fe gleich­wer­ti­gen Abschluss führt, begon­nen. Im Okto­ber 2009 erhielt er sei­nen Mus­te­rungs­be­scheid, gegen den er sich zunächst im Wider­spruchs­ver­fah­ren erfolgs­los zur Wehr setz­te. Anschlie­ßend erhob er Kla­ge vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Trier und stell­te gleich­zei­tig den jetzt beschie­de­nen Eil­an­trag mit der Begrün­dung, sei­ne Her­an­zie­hung zum Wehr­dienst stel­le eine beson­de­re Här­te dar, weil sie eine zu einem schu­li­schen Abschluss füh­ren­de Aus­bil­dung unter­bre­chen wür­de.

Die Rich­ter der 1. Kam­mer gaben dem Antrag­stel­ler Recht, so Henn.

Die vom Antrag­stel­ler begon­ne­ne Aus­bil­dung stel­le einen Zurück­stel­lungs­grund im Sin­ne der ein­schlä­gi­gen Vor­schrift des Wehr­pflicht­ge­set­zes dar, da sie zu einem schu­li­schen Abschluss füh­re. Vom Zweck die­ser Vor­schrift sei­en alle schu­li­schen Aus­bil­dun­gen umfasst, auch die auf dem zwei­ten Bil­dungs­weg. Gleich­wer­tig neben den Aspekt der beruf­li­chen Wei­ter­bil­dung tre­te bei die­sen Bil­dungs­gän­gen näm­lich die Erlan­gung eines — vor­lie­gend der Fach­hoch­schul­rei­fe gleich­wer­ti­gen — Schul­ab­schlus­ses. Die Ent­schei­dung ist nicht mit Rechts­mit­teln anfecht­bar.

Henn emp­fahl, die­se Grund­sät­ze zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VdAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.    

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