(Stutt­gart) Auch nach Inkraft­tre­ten des Min­dest­lohn­ge­set­zes gibt es kei­nen über den tarif­ver­trag­li­chen Ver­gü­tungs­an­spruch hin­aus­ge­hen­den zusätz­li­chen gesetz­li­chen Ver­gü­tungs­an­spruch für Bereit­schafts­zei­ten im Ret­tungs­dienst.

Dar­auf ver­weist der Bre­mer Fach­an­walt für Arbeits­recht und Gewerb­li­chen Rechts­schutz Klaus-Die­ter Fran­zen, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Bre­men“ des VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V., unter Hin­weis auf eine Ent­schei­dung des Arbeits­ge­richts Aachen vom 21. April 2015, Az.: 1 Ca 448/15 H. Die tarif­ver­trag­li­chen Ver­gü­tungs­re­ge­lun­gen im TVöD-V zu Bereit­schafts­zei­ten im Ret­tungs­dienst sind auch nach Inkraft­tre­ten des Min­dest­lohn­ge­set­zes wei­ter­hin geset­zes­kon­form.

Der Klä­ger ist bei der Beklag­ten als Mit­ar­bei­ter im Ret­tungs­dienst beschäf­tigt. Auf das Arbeits­ver­hält­nis fin­det der TVöD-V Anwen­dung. Der Klä­ger erhält in Höhe von 2.680,31 € zuzüg­lich Zula­gen. Die tarif­li­che Wochen­ar­beits­zeit gemäß TVöD beträgt grund­sätz­lich 39 Wochen­stun­den. Der Klä­ger leis­tet im Rah­men die­ser Beschäf­ti­gung Bereit­schafts­diens­te.

Für den Ret­tungs­dienst ent­hält der TVöD-V eine Son­der­re­ge­lung für Bereit­schafts­zei­ten, wonach die Sum­me aus Voll­ar­beits- und Bereit­schafts­zei­ten durch­schnitt­lich 48 Stun­den wöchent­lich nicht über­schrei­ten darf.

Der Klä­ger ver­tritt die Auf­fas­sung, aus den tarif­ver­trag­li­chen Rege­lun­gen erge­be sich, dass er ledig­lich eine Arbeits­zeit von 39 Stun­den bezahlt bekä­me und die Bereit­schafts­zei­ten dar­über hin­aus­ge­hend nicht gezahlt wür­den. Der Klä­ger ist der Ansicht, die tarif­li­chen Rege­lun­gen des TVöD zur Ver­gü­tung von Bereit­schafts­zei­ten sei­en seit dem 01. Janu­ar 2015 auf­grund des Inkraft­tre­tens des Min­dest­lohn­ge­set­zes unzu­läs­sig gewor­den und ihm stün­de nun­mehr ein gesetz­li­cher Anspruch auf Zah­lung einer zusätz­li­chen Ver­gü­tung von 8,50 € pro Stun­de für die Bereit­schafts­zei­ten zu.

Das Arbeits­ge­richt folg­te nicht die­ser Argu­men­ta­ti­on und hat die Kla­ge abge­wie­sen.

Der Klä­ger erhal­te nach dem TVöD mit sei­nem Grund­ge­halt nicht nur die regel­mä­ßi­ge Wochen­ar­beits­zeit von 39 Stun­den ver­gü­tet son­dern auch die Bereit­schafts­zei­ten bis zu 48 Wochen­stun­den. Denn die Tarif­ver­trags­par­tei­en hät­ten aus­drück­lich die Mög­lich­keit vor­ge­se­hen, dass der Klä­ger unter Hin­zu­zie­hung von Bereit­schafts­zei­ten Gesamt­ar­beits­leis­tun­gen von bis zu 48 Stun­den wöchent­lich im Durch­schnitt (Voll­ar­beit zuzüg­lich Bereit­schafts­zei­ten) erbrin­gen kön­ne.

Danach ist es auch nach dem Inkraft­tre­ten des Min­dest­lohn­ge­set­zes mög­lich, Bereit­schafts­zei­ten mit dem Grund­ge­halt abzu­gel­ten. Sicher­ge­stellt wer­den muss jedoch, dass die gesetz­lich zuläs­si­gen Höchst­ar­beits­zei­ten ein­ge­hal­ten wer­den. Solan­ge für die gesam­te geleis­te­te Arbeit der Min­dest­stun­den­lohn ein­ge­hal­ten wird, ist die (tarif­ver­trag­li­che) Rege­lung als zuläs­sig anzu­se­hen.

Fran­zen emp­fahl, dies zu beach­ten und riet er bei Fra­gen zum Arbeits­recht Rechts­rat in Anspruch zu neh­men, wobei er u. a. auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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