(Stutt­gart) Ver­ein­ba­ren die Arbeits­ver­trags­par­tei­en nach Errei­chen des Ren­ten­ein­tritts­al­ters des Arbeit­neh­mers die befris­te­te Fort­set­zung des Arbeits­ver­hält­nis­ses, kann die Befris­tung sach­lich gerecht­fer­tigt sein, wenn der Arbeit­neh­mer Alters­ren­te aus der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung bezieht und die befris­te­te Fort­set­zung des Arbeits­ver­hält­nis­ses der Ein­ar­bei­tung einer Nach­wuchs­kraft dient.

Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Arbeits­recht Micha­el Henn, Prä­si­dent des VDAA — Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ar­beits­ge­richts (BAG) vom 11.02.2015 zu sei­nem Urteil vom sel­ben Tage, Az. 7 AZR 17/13.

Der am 21. Janu­ar 1945 gebo­re­ne Klä­ger, der seit Voll­endung sei­nes 65. Lebens­jah­res am 21. Janu­ar 2010 gesetz­li­che Alters­ren­te bezieht, war bei der Beklag­ten lang­jäh­rig beschäf­tigt. Sein Arbeits­ver­trag sah kei­ne Rege­lung über die Been­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses bei Errei­chen des gesetz­li­chen Ren­ten­ein­tritts­al­ters vor. Am 22. Janu­ar 2010 ver­ein­bar­ten die Par­tei­en, dass das Arbeits­ver­hält­nis am 31. Dezem­ber 2010 ende. Die­ser Ver­trag wur­de zwei­mal ver­län­gert. Nach­dem der Klä­ger um eine Wei­ter­be­schäf­ti­gung gebe­ten hat­te, ver­ein­bar­ten die Par­tei­en zuletzt am 29. Juli 2011, dass der Arbeits­ver­trag ab 1. August 2011 mit ver­än­der­ten Kon­di­tio­nen wei­ter­ge­führt wer­de und am 31. Dezem­ber 2011 ende. Der Ver­trag ent­hält die Abre­de, dass der Klä­ger eine noch ein­zu­stel­len­de Ersatz­kraft ein­ar­bei­tet. Der Klä­ger hat die Fest­stel­lung begehrt, dass sein Arbeits­ver­hält­nis nicht durch die Befris­tung am 31. Dezem­ber 2011 geen­det hat.

Die Vor­in­stan­zen haben die Kla­ge abge­wie­sen. Die Revi­si­on des Klä­gers hat­te vor dem Sieb­ten Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts Erfolg. Die Sache wur­de zur neu­en Ver­hand­lung und Ent­schei­dung an das Lan­des­ar­beits­ge­richt zurück­ver­wie­sen. Der Bezug von gesetz­li­cher Alters­ren­te allein recht­fer­tigt die Befris­tung des Arbeits­ver­hält­nis­ses aus in der Per­son des Arbeit­neh­mers lie­gen­den Grün­den (§ 14 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 TzB­fG) nicht. Erfor­der­lich ist in die­sem Fall viel­mehr zusätz­lich, dass die Befris­tung einer kon­kre­ten Nach­wuchs­pla­nung der Beklag­ten dien­te. Hier­zu hat das Lan­des­ar­beits­ge­richt bis­lang kei­ne tat­säch­li­chen Fest­stel­lun­gen getrof­fen.

Henn emp­fahl, die Ent­schei­dung zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. dazu auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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