1.Bei der gericht­li­chen Fest­set­zung der Anzahl der Bei­sit­zer einer Eini­gungs­stel­le ist zu berück­sich­ti­gen, dass Effi­zi­enz und Arbeits­fä­hig­keit der Eini­gungs­stel­le unter einer zu hohen Anzahl von Bei­sit­zern lei­den kön­nen und dass die Eini­gungs­stel­le nach § 76 Abs. 3 Satz 1 BetrVG einen gesetz­li­chen Auf­trag nicht nur zur unver­züg­li­chen Auf­nah­me ihrer Tätig­keit, son­dern auch zur zügi­gen und kon­zen­trier­ten wei­te­ren Durch­füh­rung des Ver­fah­rens bis zu sei­nem Abschluss hat.
2.Im Regel­fall ist eine Eini­gungs­stel­le mit je zwei Bei­sit­zern auf jeder Sei­te zu beset­zen. Das ent­spricht der übli­cher­wei­se erfor­der­li­chen Beset­zung auf bei­den Sei­ten mit je einer — meist inter­nen — die betrieb­li­chen Gege­ben­hei­ten und Sach­fra­gen ken­nen­den und einer — oft exter­nen — rechts­kun­di­gen Per­son.
3.Im Übri­gen rich­tet sich die Anzahl der Bei­sit­zer nach fol­gen­den Kri­te­ri­en und kann dann je nach den Gege­ben­hei­ten des Ein­zel­fal­les eine höhe­re oder nied­ri­ge­re als die Regel­be­set­zung recht­fer­ti­gen: -Schwie­rig­keit und Umfang der Rege­lungs­strei­tig­keit -Zumut­bar­keit der mit einer höhe­ren Bei­sit­zer­zahl ver­bun­de­nen Kos­ten­be­las­tung des Arbeit­ge­bers -Bedeu­tung der Ange­le­gen­heit nur, soweit sich bei außer­ge­wöhn­lich weit­rei­chen­den Aus­wir­kun­gen der Ent­schei­dung der Eini­gungs­stel­le schon hier­aus die Not­wen­dig­keit einer per­so­nel­len Ver­stär­kung ihrer Fach­kom­pe­tenz ergibt.
4. Irrele­vant für die Bemes­sung der Bei­sit­zer­zahl ist die Betriebs­grö­ße als sol­che. Ihr kann im Ein­zel­fall bei der Beur­tei­lung der Bedeu­tung der Ange­le­gen­heit Rele­vanz zukom­men. Eine in ihren Aus­wir­kun­gen rela­tiv unbe­deu­ten­de Ange­le­gen­heit wie eine Schu­lungs­maß­nah­me wird aber nicht allein des­halb bedeu­ten­der, weil sie für beson­ders vie­le Mit­ar­bei­ter rela­tiv unbe­deu­ten­de Aus­wir­kun­gen hat.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: https://www.justiz.nrw.de/nrwe/arbgs/duesseldorf/lag_duesseldorf/j2018/NRWE_LAG_D_sseldorf_3_TaBV_15_18_Beschluss_20180508.html