1. Eine Ent­schei­dung nach Lage der Akten ist in einer Säum­nis­si­tua­ti­on nicht des­halb aus­ge­schlos­sen, weil erheb­li­che Zwei­fel an der Pro­zess­fä­hig­keit der nicht erschie­ne­nen Par­tei bestehen. Für den Streit über die Pro­zess­fä­hig­keit ist die davon betrof­fe­ne Par­tei in jedem Fall als pro­zess­fä­hig anzu­se­hen (vgl. BAG, Beschluss v. 05.06.2014, 6 AZN 267/14. Solan­ge der Streit über die Pro­zess­fä­hig­keit andau­ert, kann die betrof­fe­ne Par­tei des­halb durch Zustel­lung der Ladung an ihren Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten zu einem Ver­hand­lungs­ter­min gela­den wer­den.

2. Von aus­ge­präg­tem Que­ru­lan­ten­wahn kann aus­ge­gan­gen wer­den, wenn die Vor­stel­lun­gen einer kla­gen­den Par­tei von einer ein­deu­ti­gen Beein­träch­ti­gung eige­ner Rech­te sich wei­ter inten­si­vie­ren und Zwei­fel an der Recht­mä­ßig­keit der eige­nen Posi­ti­on nicht mehr zuge­las­sen wer­den, abso­lu­te Unein­sich­tig­keit und Selbst­ge­rech­tig­keit sich mit einer Aus­wei­tung des Kamp­fes vom ursprüng­li­chen Geg­ner auf ande­re Men­schen und Instan­zen ver­bin­det und die Par­tei nicht mehr in der Lage ist, die ver­fah­rens­mä­ßi­ge Behand­lung ihrer Ansprü­che durch die Gerich­te nach­zu­voll­zie­hen.

3. Erge­ben sich aus den wirt­schaft­li­chen Fol­gen, die eine Par­tei durch die von ihr geführ­ten Ver­fah­ren für sich selbst aus­löst sowie aus der Art und Wei­se, in der die Par­tei die­se Ver­fah­ren führt, Zwei­fel an ihrer Pro­zess­fä­hig­keit, muss das Gericht die Mög­lich­kei­ten zur Auf­klä­rung pflicht­ge­mäß aus­schöp­fen. Ver­blei­ben­de Zwei­fel gehen zulas­ten der betrof­fe­nen Par­tei. Die­se hat das Risi­ko der Nicht­er­weis­lich­keit ihrer Pro­zess­fä­hig­keit zu tra­gen, da sie inso­weit eine “objek­ti­ve” Beweis­last trifft

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: http://www.rechtsprechung-hamburg.de/jportal/portal/page/bsharprod.psml;jsessionid=B5B2D8C0857196EB2691911945979EFA.jp13?doc.id=JURE180007375&st=ent&doctyp=juris-r&showdoccase=1&paramfromHL=true#focuspoint