(Stutt­gart) Nimmt eine Arbeit­neh­me­rin ihre erkrank­ten und betreu­ungs­be­dürf­ti­gen Kin­der mit zur Arbeit, ist dies zwar eine Ver­let­zung ihrer arbeits­ver­trag­li­chen Pflich­ten, recht­fer­tigt jedoch kei­ne frist­lo­se Kün­di­gung durch den Arbeit­ge­ber.

Dar­auf ver­weist der Bre­mer Fach­an­walt für Arbeits­recht und Gewerb­li­chen Rechts­schutz Klaus-Die­ter Fran­zen, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Bre­men“ des VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. mit Sitz in Stutt­gart unter Hin­weis auf eine Ent­schei­dung des Arbeits­ge­richts Sieg­burg vom 04. Sep­tem­ber 2019 (Az.: 3 Ca 642/19).

Die Klä­ge­rin war bei der Beklag­ten als Alten­pfle­ge­fach­kraft beschäf­tigt. Sie befand sich noch in der Pro­be­zeit. Wäh­rend der Arbeit erkrank­ten die Kin­der der Klä­ge­rin, wor­auf­hin der behan­deln­de Arzt deren Betreu­ungs­be­dürf­tig­keit fest­stell­te. Zunächst ging die Klä­ge­rin ihrer Arbeits­tä­tig­keit für die Beklag­te wei­ter nach, wobei sie jedoch ihre Kin­der zeit­wei­se mit­nahm. Eini­ge Tage spä­ter erkrank­te die Klä­ge­rin dann selbst. Sie teil­te der Beklag­ten per SMS mit, dass sie einen Arzt auf­su­chen müs­se. Die­ser stell­te am Fol­ge­tag einen spä­ter bestä­tig­ten Ver­dacht auf Grip­pe fest.

Die Beklag­te kün­dig­te der Klä­ge­rin sodann frist­los mit der Begrün­dung, ihr sei es unter ande­rem ver­bo­ten gewe­sen, ihre Kin­der mit zur Arbeit zu neh­men. Die Klä­ge­rin erhob Kla­ge gegen die frist­lo­se Kün­di­gung und begehr­te die Ein­hal­tung der gesetz­li­chen Kün­di­gungs­frist.

Das Arbeits­ge­richt Sie­gen sah die frist­lo­se Kün­di­gung als unwirk­sam an. Zwar sei das Ver­hal­ten der Klä­ge­rin sowohl aus ver­si­che­rungs­recht­li­chen Grün­den als auch wegen der bestehen­den Anste­ckungs­ge­fahr für die älte­ren Pati­en­ten pro­ble­ma­tisch und eine Pflicht­ver­let­zung. Dar­in sei jedoch kein Grund für eine sofor­ti­ge Been­di­gung des Arbeits­ver­hält­nis­ses zu sehen. Grund­sätz­lich rei­che in einem sol­chen Fall eine Abmah­nung. Auch ande­re Grün­de für eine sofor­ti­ge Been­di­gung konn­te die Beklag­te nicht dar­le­gen. Von daher gab das Gericht der Kla­ge statt.

Fran­zen emp­fahl, dies zu beach­ten und riet bei Fra­gen Rechts­rat in Anspruch zu neh­men, wobei er u. a. auch auf den VDAA Ver­band deut­scher Arbeits­rechts­An­wäl­te e. V. – www.vdaa.de – ver­wies.

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