Das am 25. Mai 2017 in Kraft getre­te­ne Gesetz zur Siche­rung der Sozi­al­kas­sen-ver­fah­ren im Bau­ge­wer­be (Sozi­al­kas­sen­ver­fah­ren­si­che­rungs­ge­setz — Soka­SiG) vom 16. Mai 2017 ist nach Auf­fas­sung des Zehn­ten Senats des Bun­des­ar­beits­ge­richts ver­fas­sungs­ge­mäß.

Klä­ge­rin ist die Urlaubs- und Lohn­aus­gleichs­kas­se des Bau­ge­wer­bes (ULAK), eine gemein­sa­me Ein­rich­tung der Tarif­ver­trags­par­tei­en. Sie ver­langt von dem beklag­ten Tro­cken­bau­be­trieb auf der Grund­la­ge des für all­ge­mein­ver­bind­lich erklär­ten Tarif-ver­trags über das Sozi­al­kas­sen­ver­fah­ren im Bau­ge­wer­be vom 3. Mai 2013 idF vom 24. Novem­ber 2015 (VTV) Bei­trä­ge für gewerb­li­che Arbeit­neh­mer und Ange­stell­te. Außer­dem stützt sie die Bei­trags­an­sprü­che auf § 7 Abs. 1 Soka­SiG.*

Die ULAK hat in bei­den Vor­in­stan­zen obsiegt. Das Lan­des­ar­beits­ge­richt hat der Bei­trags­kla­ge auf­grund von § 7 Abs. 1 Soka­SiG statt­ge­ge­ben.

Die Revi­si­on der Beklag­ten hat­te vor dem Zehn­ten Senat des Bun­des­ar­beits­ge­richts kei­nen Erfolg. Das Soka­SiG ist kein nach Art. 19 Abs. 1 GG ver­bo­te­nes Ein­zel-fall­ge­setz. Es stellt ledig­lich sicher, dass alle ver­blie­be­nen Fäl­le gleich­be­han­delt wer­den. Der Gesetz­ge­ber hat die Gren­zen beach­tet, die aus dem Rechts-staats­prin­zip für ech­te rück­wir­ken­de Recht­set­zung fol­gen. Ein schüt­zens­wer­tes Ver­trau­en auf die Unwirk­sam­keit der All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­run­gen der ver­schie­de­nen Fas­sun­gen des VTV konn­te sich nicht bil­den. Die Betrof­fe­nen muss­ten mit staat­li­chen Maß­nah­men zur rück­wir­ken­den Hei­lung der nur aus for­mel­len Grün­den unwirk­sa­men All­ge­mein­ver­bind­li­cherklä­run­gen rech­nen.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: http://juris.bundesarbeitsgericht.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bag&Art=pm&Datum=2018&nr=21546&pos=0&anz=64&titel=SokaSiG_aus_Sicht_des_Zehnten_Senats_verfassungsgem%E4%DF