Lan­desar­beits­gericht Nieder­sach­sen, Beschluss vom 08.10.2020, AZ 16 Sa 53/20

Aus­gabe: 11–2020

1. Die Dif­feren­zierung zwis­chen Nachtar­beit (50 %) und Schichtar­beit von 22:00 Uhr bis 6:00 Uhr (25 %) bei der Zuschlagshöhe im Man­teltar­ifver­trag für die Arbeit­nehmer der obst- und gemü­sev­er­ar­bei­t­en­den Indus­trie, Frucht­saftin­dus­trie, Min­er­al­brun­nenin­dus­trie Niedersachsen/Bremen vom 23.08.2005 ver­stößt nicht gegen Art. 3 Abs. 1 GG, sie hält sich im Rah­men der den Tar­ifver­tragsparteien nach Art. 9 Abs. 3 GG zuste­hen­den Einschätzungsprärogative.

2. Prak­tis­che Konko­r­danz zwis­chen der Grun­drecht­sausübung durch die Tar­ifver­tragsparteien nach Art. 9 Abs. 3 GG und den Gle­ich­heit­srecht­en der Nor­munter­wor­fe­nen (Art. 3 Abs. 1 GG) ist für jede tar­ifver­tragliche Regelung, die unter­schiedliche Zuschläge für Nachtar­beit und Nachtschichtar­beit vor­sieht, geson­dert herzustellen. 

Lan­desar­beits­gericht Nieder­sach­sen 16. Kam­mer, Urteil vom 08.10.2020, 16 Sa 53/20,

Weit­ere Infor­ma­tio­nen: https://www.juris.de/jportal/portal/page/bsndpr…