Bei Zusam­men­tr­e­f­fen der fol­gen­den Umstände ist ein Fall gegeben, bei dem die soziale Auswahl des Arbeit­ge­bers den von § 1 Abs. 3 KSchG eingeräumten Wer­tungsspiel­raum über­schre­it­et und fehler­haft ist:

1. Bei­de Arbeit­nehmer sind nicht schwer­be­hin­dert;

2. der vom Arbeit­ge­ber nicht aus­gewählte Arbeit­nehmer hat keine Unter­halt­spflicht, der aus­gewählte Arbeit­nehmer hinge­gen hat vier Unter­halt­spflicht­en bei gle­ichzeit­igem Arbeit­splatzver­lust der Ehe­frau;

3. der nicht aus­gewählte Arbeit­nehmer ist seit mehr als 21 Jahren beschäftigt und weist das 11,9‑fache der Betrieb­szuge­hörigkeit des aus­gewählten Arbeit­nehmers auf bei einem absoluten Unter­schied von über 20 Jahren;

4. das Leben­salter des nicht aus­gewählten Arbeit­nehmers liegt über 55 Jahren, jedoch noch mehr als fünf Jahre vom reg­ulären Alter­srenten­be­ginn ent­fer­nt und beträgt mehr als das 1,25-fache des Leben­salters des aus­gewählten Arbeit­nehmers bei einem absoluten Unter­schied von mehr als 11 Jahren.

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