(Stuttgart) Das Lan­desar­beits­gericht Hamm hat am 20. April 2011, anders als die Vorin­stanz, die außeror­dentliche Kündi­gung eines in einem Call-Cen­ter teilzeitbeschäftigten Angestell­ten für rechtswirk­sam erachtet, der sich am Ende eines jeden Verkaufsvor­gangs von den Gesprächspart­nern mit den Worten „Jesus hat Sie lieb, vie­len Dank für Ihren Einkauf bei QVC und einen schö­nen Tag“ verabschiedete.

Darauf ver­weist der Köl­ner Fachan­walt für Arbeit­srecht Frhr. Fen­i­more von Bre­dow, Vizepräsi­dent des VdAA Ver­band deutsch­er Arbeit­srecht­sAn­wälte e. V. mit Sitz in Stuttgart, unter Hin­weis auf die Mit­teilung des Lan­desar­beits­gerichts (LAG) Hamm vom 20.04.2011, Az.: 4 Sa 2230/10.

Anders als das Arbeits­gericht Bochum war das Beru­fungs­gericht der Auf­fas­sung, die außeror­dentliche Kündi­gung der Beklagten sei gerecht­fer­tigt. Der mit 6 Stun­den im Call-Cen­ter der Beklagten teilzeitbeschäftigte Kläger habe sich arbeitsver­tragswidrig ver­hal­ten, indem er trotz ein­er aus­drück­lich erteil­ten Anweisung der Beklagten nicht habe darauf verzicht­en wollen, sich am Ende eines jeden Verkaufsvor­gangs von den Gesprächspart­nern mit den Worten „Jesus hat Sie lieb, vie­len Dank für Ihren Einkauf bei QVC und einen schö­nen Tag“ zu ver­ab­schieden. Das Beru­fungs­gericht hat auf das Span­nungs­feld zwis­chen Glaubens­frei­heit und unternehmerisch­er Betä­ti­gungs­frei­heit hingewiesen und die Grund­sätze aufgezählt, die im Rah­men dieses Abwä­gung­sprozess­es anzustellen seien.

In tat­säch­lich­er Hin­sicht hat es sodann fest­gestellt, dass der tiefgläu­bige Kläger in nicht aus­re­ichen­dem Maße hat dar­legen kön­nen, warum er in innere Nöte gekom­men wäre, hätte er im Rah­men sein­er beru­flichen Tätigkeit bei der Beklagten darauf verzichtet, die anson­sten bei der Beklagten übliche Gruß­formel um die Worte „Jesus hat Sie lieb“ zu ergänzen. Nach Auf­fas­sung der Beru­fungskam­mer muss ein Arbeit­nehmer, der sich darauf beruft, dass die Befol­gung ein­er Arbeit­san­weisung ihn in sein­er Glaubens­frei­heit beein­trächtigt, nachvol­lziehbar dar­legen, dass er ohne innere Not nicht von ein­er aus sein­er Sicht zwin­gen­den Ver­hal­tensregel abse­hen könne. Für das Beru­fungs­gericht war in diesem Zusam­men­hang von Bedeu­tung, dass der Kläger der Beklagten anlässlich eines nach­fol­gen­den Stre­itver­fahrens ange­boten hat­te, im Rah­men ein­er soge­nan­nten Prozess­beschäf­ti­gung für die Beklagten tätig zu wer­den – und sich zugle­ich für diese Beschäf­ti­gung verpflichtet hat­te, auf die Ergänzung der Gruß­formel zu verzichten.

Die Revi­sion hat das Lan­desar­beits­gericht nicht zugelassen.

Von Bre­dow emp­fahl, dies zu beacht­en und bei Fra­gen zum Arbeit­srecht Recht­srat in Anspruch zu nehmen, wobei er u. a. auch auf den VdAA Ver­band deutsch­er Arbeit­srecht­sAn­wälte e. V. – www.vdaa.de – verwies.

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Frhr. Fen­i­more von Bre­dow
Rechtsanwalt/Fachanwalt für Arbeit­srecht
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