(Stuttgart) In ein­er soeben veröf­fentlicht­en Entschei­dung des Bun­de­sar­beits­gerichts (BAG) vom 11.12.2008 hat das Gericht entschei­den, dass Arbeit­nehmer sich Fristver­säum­nisse ihrer Prozess­bevollmächti­gen bei Erhe­bung ein­er Kündi­gungss­chutzk­lage zurech­nen lassen müssen. (AZ.: 2 AZR 472/08)

In dem aus­geurteil­ten Fall, so der Stuttgarter Fachan­walt für Arbeit­srecht Michael Henn, Präsi­dent des VdAA — Ver­band deutsch­er Arbeit­srecht­sAn­wälte e. V. mit Sitz in Stuttgart, beauf­tragte eine Arbeit­nehmerin nach Erhalt ihrer Kündi­gung einen Recht­san­walt damit, für sie inner­halb der geset­zlich gebote­nen Frist von drei Wochen nach Zugang der schriftlichen Kündi­gung eine entsprechende Kündi­gungss­chutzk­lage zu erheben, was dieser jedoch ver­säumte. Die Arbeit­nehmerin beauf­tragte hier­aufhin einen anderen Anwalt mit der Erhe­bung der Klage, der diese nun nur ver­spätet erheben kon­nte und die nachträgliche Zulas­sung der Klage mit der Begrün­dung begehrte, dass sich seine Man­dan­tin ein Ver­schulden des zunächst beauf­tragten Prozess­bevollmächtigten an der ver­säumten Klageer­he­bungs­frist nicht zurech­nen lassen müsse. Diesem Begehren, so Henn, erteilte das BAG jedoch nun eine Absage und stellte klar, dass ein Ver­schulden eines Prozess­bevollmächtigten bei ein­er ver­späteten Klageer­he­bung einem ver­schulde­ten Fristver­säum­nis des Arbeit­nehmers in Anwen­dung des § 85 Abs. 2 ZPO gle­ich­ste­he. Als Folge dieser „selb­st” ver­schulde­ten  ver­späteten Klageer­he­bung, so erläutert Henn, gelte die Kündi­gung des Arbeitsver­hält­niss­es nun von Anfang an als rechtswirk­sam, sodass die Betrof­fene in dem vor­liegen­den Fall nur noch der Weg offen bleibe, ihren ersten Prozess­bevollmächtigten wegen der von ihm ver­schulde­ten Fristver­säum­nis nun sein­er­seits in Anspruch zu nehmen. Henn emp­fahl daher, in arbeits­gerichtlichen Angele­gen­heit­en nur aus­gewiesene Spezial­is­ten für Arbeit­srecht zu beauf­tra­gen, die in der Regel an dem Zusatz „Fachanwalt/Fachanwältin für Arbeit­srecht” zu erken­nen seien und ver­wies dabei auch auf den VdAA Ver­band deutsch­er Arbeit­srecht­sAn­wälte e. V. — www.vdaa.de    

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